Causa Weißmann: ORF-Mitarbeiterin wurde freigestellt

Kultur

Jene ORF-Mitarbeiterin, die Vorwürfe gegen den ehemaligen Generaldirektor Roland Weißmann erhoben hat, wurde vom öffentlich-rechtlichen Sender freigestellt. Die „widerrufliche Dienstfreistellung“ bestätigte laut Standard deren Anwältin.

Auf dementsprechende Anfrage des KURIER hieß es bereits am Montag aus dem ORF: „In dieser Angelegenheit sind mehrere Verfahren gerichtsanhängig. Der ORF wird sich zu diesen nicht äußern, ebenso wenig zu den behördlichen Ermittlungen. Der ORF kann aber versichern, dass alle neuen Informationen und Beweise einer rechtlichen Würdigung unterzogen werden.“

Zuletzt war durch einen Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft der vollständige, teilweise forensisch wiederhergestellte Chatverlauf der Mitarbeiterin mit Weißmann verfügbar geworden. Es sind 3.820 Nachrichten, die von 2021 bis 2026 hin- und hergingen.

Aus Stiftungsratskreisen hieß es dazu: Es gebe in den Nachrichten keine (beruflichen) Drohungen Weißmanns. Die Kommunikation habe auf gleicher Höhe stattgefunden. Das betreffe auch den Umgang mit intimen Aufnahmen.

Insgesamt drei arbeitsgerichtliche Verfahren hat Roland Weißmann gegen den ORF angestrengt. Das erste davon ist im August gestartet. Darin soll geklärt werden, ob die Kündigung des Ex-Generals aus verpöntem Motiv erfolgte bzw. sittenwidrig war.

In einem weiteren Prozess fordert Weißmann Kündigungsentschädigung sowie Entrichtung der anteiligen Pensionskassenbeiträge bis zum Ende seiner Amtszeit als Generaldirektor zum 31. Dezember 2026. In beiden Fällen haben bisher lediglich die vorbereitenden Tagsatzungen stattgefunden, es ist also noch nicht zu Einvernahmen gekommen.

Prozess Nummer drei vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien zwischen Weißmann und ORF: Der Ex-General hat Klage wegen Haftung für künftige Schäden aus jener Presseaussendung eingebracht, die am 9. März vom ORF nach Weißmanns Rücktritt verschickt worden war. Darin wurden Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch eine Mitarbeiterin publik gemacht. In Summe sollte es in den Verfahren um rund vier Millionen Euro gehen, diese Summe wurde aber dem Gericht nie gemeldet.

  Geschluckt von einem Wal in „Whalefall“: Wie kommen wir da wieder raus?

Parallel dazu laufen strafrechtliche Ermittlungen gegen die ORF-Mitarbeiterin und ihren Anwalt: Es steht der Verdacht der schweren Erpressung und der missbräuchlichen Verwendung von Tonaufnahmen im Raum. Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Bemerkenswert ist, dass Weißmanns Rechtsvertreter den Anwalt in einem Verhandlungsgespräch bereits im März auf die strafrechtliche Relevanz von deren Forderungen hingewiesen hatte.

Die Mitarbeiterin hat ihrerseits Klage gegen Weißmann und den ORF eingebracht: Von Weißmann fordert sie Schadenersatz, vom ORF Schutzmaßnahmen und die Sicherstellung, dass ihr aufgrund der Causa keine beruflichen Nachteile entstehen.

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.