
Mario Stecher ist Sportdirektor und Geschäftsführer beim Österreichischen Skiverband und damit verantwortlich für sämtliche Sparten von Ski alpin bis Langlauf, von Snowboard bis Skispringen. Der Olympiasieger und Weltmeister in der Nordischen Kombination spricht vor dem Saisonstart am Wochenende über…
… die Ausgangslage vor dem Auftakt in Sölden
Ich habe bei unserer Einkleidung sehr viele fröhliche Gesichter gesehen. Das stimmt mich zuversichtlich. Im Rahmen der Möglichkeiten haben wir uns perfekt vorbereiten können, das ist einmal die Grundvoraussetzung.
… Sommertraining in Südamerika
Das Training in Chile und Argentinien ist schon jetzt alternativlos, weil du nur dort Planungssicherheit hast. Wir haben für unsere Abfahrer die Möglichkeit geschaffen, sogar noch ein zweites Mal nach Chile zu fahren. Sonst hätte zum Beispiel Vincent Kriechmayr drei Wochen nicht richtig trainieren können. Dass eine österreichische Skifirma deshalb den Skiverband international diskreditiert, weil das Material noch einmal hinübergeschickt werden muss, finde ich nicht gut. Da hört es sich bei mir auf. Auch die Skicrosser waren heuer mit dabei. Wir haben eine Heim-WM vor der Haustür, da müssen wir ihnen gute Bedingungen ermöglichen. Sie haben sich die Flüge übrigens genauso selbst bezahlt wie die Nachwuchsläufer.
… die Bedeutung des ÖSV für den Weltcup
Ohne den ÖSV würde der Weltcup mau aussehen. Wir haben in diesem Winter quer über alle Sportarten insgesamt 63 Wettkämpfe und eine WM. Schon daran sieht man, was für ein wichtiger Partner der Österreichische Skiverband für die FIS ist. Und ich behaupte jetzt einmal, dass unsere Veranstaltungen im Skizirkus mit die besten sind. Wir haben eine Verantwortung für den Wintersport und der kommen wir nach. Solange wir pari aussteigen, werden wir das auch weitermachen. Auf die Weltcupveranstaltungen in Österreich will auch keiner verzichten.
… die Idee, in Sölden mit vier Rennen in die Saison zu starten
Wenn es dazu kommen sollte, dann würden wir als ÖSV das natürlich unterstützen. Mir stellen sich nur zwei Fragen: Ist es möglich, Sölden als Event zwei Mal so zu bespielen und zu inszenieren wie bisher? Und wird man dann wirklich an zwei Wochenenden ausverkauft sein? Darüber wird man sicher Gespräche führen müssen.
… den Rücktritt von FIS-Renndirektor Markus Waldner kurz vor dem Saisonauftakt
Er hat in den letzten Jahren eine enorm gute Arbeit gemacht und hat auch in kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir als ÖSV finden es extrem schade, dass der Skisport in so eine Situation gekommen ist. Das ist von der FIS fast schon fahrlässig.
… die vielen Sportarten innerhalb des ÖSV
Es ist um ein Vielfaches schwieriger geworden. Ski Alpin und Skispringen haben immer noch Topquoten, aber es wird sich nicht mehr spielen, dass alle Sportarten im ORF abgebildet werden. Wir werden auch tunlichst jene Sportarten unterstützen, mit denen wir auch Erträge erzielen. Das sind nun einmal Ski Alpin und Skispringen, alles andere wird querfinanziert.
… die Zukunft der Nordischen Kombination
Wir haben bei der Präsidentenkonferenz das klare Commitment abgegeben, dass der ÖSV die Nordische Kombination bis zur Saison 2028/’29 weiterführen wird. Österreich, Norwegen und Deutschland sind die drei Nationen, die die Kombination noch am längsten fördern können. Was wir unbedingt bräuchten, wäre …read more
Source:: Kurier.at – Sport



