Scalable-Gründer: „Investieren ist heute viel einfacher“

Wirtschaft

Der Aktienmarkt und das Investieren, früher Nischenthemen, rücken zunehmend in die Mitte der Gesellschaft, sagt Scalable-Gründer Erik Podzuweit. Der deutsche Neobroker, der rund 60 Mrd. Euro an Kundengeldern verwaltet, hat seit Anfang Oktober auch eine Bankniederlassung in Österreich. Der KURIER hat mit Podzuweit über die Konkurrenz zu traditionellen Banken, hohe Zinsen und KI in der Geldanlage gesprochen. 

Das Interesse an Wertpapieren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Worauf führen Sie das zurück?
Gerade junge Leute haben großes Interesse. Das hat verschiedene Gründe. Die Produkte werden günstiger. Investieren ist heute viel einfacher. Anbieter wie wir senken die Gebühren und verbessern die Benutzbarkeit der Apps.  Viele haben heute auch zu Aktien, die große Wertsteigerungen erfahren haben, einen anderen Bezug. Sie haben miterlebt, wie Unternehmen wie Meta oder Amazon aufgestiegen sind. Und die Leute erkennen, dass die staatlichen Rentensysteme unter Druck geraten. Es ist  nicht nur  Spaß am Anlegen: Sie müssen vorsorgen, sonst wird es im Alter knapp. 

Haben die Banken den Trend verschlafen?
Es wurde lange davon ausgegangen, dass der Aktienmarkt nur 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung interessiert. Seit der Corona-Pandemie begeistert das Thema deutlich mehr Menschen – auch getragen von gut laufenden Börsen. Die können  aber wieder nach unten gehen. 

Sie sind seit mehr als zehn Jahren in Österreich aktiv. Warum braucht Scalable erst jetzt eine eigene Bankniederlassung?
Wir brauchten die Bankniederlassung vor allem, um hier steuereinfach zu werden. Sie konnten auch schon vor zehn Jahren als Österreicher ein Konto bei uns aufmachen, wir haben auch einen Steuerreport geliefert, aber den mussten Sie selber einreichen. Jetzt wird alles automatisch abgewickelt.

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Wen sehen Sie eher als Konkurrenz? Neobroker wie Trade Repbulic, klassische Broker wie Flatex oder heimische Banken? Woher erwarten Sie den größten Zulauf?
Es wird in Österreich wohl einen ähnlichen Weg gehen wie in Deutschland. Mindestens ein Drittel bis fast die Hälfte der Kunden sind tatsächlich Neu-Investoren. Die vielleicht ein Girokonto bei einer anderen Bank haben, aber mit uns anfangen, das erste Mal richtig in Wertpapiere zu investieren. Wir erweitern sozusagen den österreichischen Markt. Die andere Hälfte der Neukunden gewinnen wir von anderen Banken, von Online-Banken und auch von traditionellen Banken. 

Warum wechseln die?
Die Beweggründe sind unterschiedlich. Die Kunden, die von Online-Banken kommen, kommen wegen unseres Wertpapierangebots und der attraktiven Orderpreise zu uns. Aber auch wegen anderen Einzelheiten. Wir haben zum Beispiel die längsten Handelszeiten in Europa. Von den traditionellen Banken gewinnen wir wiederum sehr viele Kunden wegen der Zinsen, die bei ihren Banken nicht so gut sind. Und dann probieren sie vielleicht auch unser Wertpapierdepot aus. 

Sie bieten 2,6 Prozent für Taggeld. Die Konkurrenz, etwa Trade Republic, ist in einem ähnlichen Bereich. Wie lange können Sie solche Konditionen aufrechterhalten? 
Wir wollen dauerhaft einen hohen Zins bieten, weil wir sehen, dass das gut funktioniert. Viele Leute nutzen parallel dazu auch unser Wertpapiergeschäft. Wenn die gesamte Kundschaft nur wegen dem Zins bei uns wäre, ließe sich das nicht auf Dauer abbilden. 

Wie verhindern Sie, dass die Kunden wieder gehen, wenn andere Banken höhere Zinsen bieten?
Wir bieten immer neue Services und Produkte an. Sie können bei uns etwa auch ab November in Festgeld …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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