
„Ein Team steht noch auf meiner Liste“, sagt Johannes Hoff Thorup und meint die Austria. Alle anderen Konkurrenten hat der Rapid-Trainer in seinen ersten zehn Monaten bereits besiegt.
Am Sonntag ab 17 Uhr (ORF 1 und Sky live) soll im vierten Versuch des Dänen der erste Derby-Sieg folgen.
Eine andere Liste arbeitet der 37-Jährige im KURIER-Interview ab. Johannes Hoff Thorup, erstmals in Österreich, ganz persönlich:
1 Trainer, der mich immer wieder beeindruckt:
Das ist schwer, weil sich das über die Jahre immer wieder ändert (denkt lange nach). Dann nehme ich nicht Guardiola, sondern Morten Olsen, der bei Bröndby, Köln und Ajax war. Und dann 15 Jahre lang Dänemarks Teamchef.
2 Lehren aus meinem Studium der Kommunikations- und Sozialwissenschaften, die mir als Trainer helfen:
Erstens, auch wenn das Journalisten nicht gerne hören: Du musst nicht jede Frage beantworten! Wenn du gut vorbereitet bist und zuerst auf etwas anderes hinweisen willst, beginne mit diesem Thema. Zweitens, bedenke immer, dass du eigentlich nicht zur Person mit dem Mikrofon sprichst. Dein Publikum sind die dahinter, also Fans, Vereinsvertreter, Sponsoren, Fußballinteressierte – für diese Empfänger musst du deine Botschaft loswerden. Darf ich noch etwas ergänzen?
Natürlich.
Ein Uni-Lektor zeigte mir Tricks, um die Aufmerksamkeit des jeweiligen Publikums zu erlangen. Manche Politiker können das besonders gut: Barack Obama ist eine große Inspiration für mich.
3 Prinzipien aus dem Militär, wo ich beinahe eine Karriere gestartet hätte, die auch im Fußball gelten:
1. Es ist nicht deine Zeit, die verloren geht, sondern jene von uns allen – also sei pünktlich! 2. Brutale Ehrlichkeit in alle Richtungen. 3. Loyalität zu allen in deiner Nähe, auch in schweren Zeiten.
4 Fangesänge, die ich öfters im Ohr habe:
Wir singen in der Trainerkabine oft. Jürgen Macho sorgt für die Rapid-Lieder, Luka Pavlovic für jene von Roter Stern Belgrad, Joe Shulberg hat die von Norwich drauf.
„Rapid, was war I ohne di“ von Jazz Gitti mag ich besonders. Und „Rapid Wien allez“ (beginnt zu singen) – weil wir das nach Toren immer hören. Meine Tochter stimmt zu Hause oft „Wien – West – Hütteldorf“ an (lacht).
Und als Nummer 4 nehme ich „On the Ball, City, Kick it off“ von Norwich, weil es eine der ältesten Fußball-Hymnen der Welt ist.
5 Dinge, die hier anders sind als in Dänemark:
Wir Dänen sind optimistischer als ihr. Wir fahren besser Auto – auch wenn ich für diesen Satz Probleme kriegen könnte. In Wien ist mehr Leben in der Stadt als bei uns. Beeindruckt haben mich auch die Heurigen – ich habe mittlerweile die Wein-Kultur schätzen gelernt. Und: Die Wiener sind viel emotionaler. Diese Leidenschaft spüre ich auch im Stadion, ganz besonders bei Rapid.
6 Spiele, die mir immer in Erinnerung bleiben:
1. Das WM-Finale Brasilien – Italien 1994. Ich war als Kind im Urlaub in Italien, als Roberto Baggio seinen Elfmeter übers Tor geschossen hat und rundherum die alten Italiener zu weinen begonnen haben. Ab da war ich in den Fußball verliebt.
2. Als Fan von AS Roma habe ich 2010 das Derby gegen Lazio gesehen. Sie waren 0:1 hinten, in der Pause wurden die Legenden Totti und De Rossi von Trainer …read more
Source:: Kurier.at – Sport



