
Um 20 Zähler besser als Austria! So groß wie vor dem 351. Derby war zu Allerheiligen Rapids Vorsprung gegenüber dem Rivalen seit Einführung des Drei-Punkte-Modus noch nie.
Mit drei (statt davor zwei) Punkten wurde ein Sieg erstmals ab 1995/96 belohnt. Zu Zeiten, als abwechselnd Rapid und Austria Salzburg dominierten. Und als bei den Klubs großteils Österreicher spielten.
Heute ist es umgekehrt. Heute dominieren Legionäre. Nicht nur auf dem Feld. Nicht nur im Fußball. Und nicht nur im Sport, geben doch mit Ausnahme von Staatsoper, Josefstadt und Landestheater Tirol an allen großen Bühnen ausländische Intendanten den Ton an.
Das Narrativ, wonach der Prophet im eigenen Land nix gilt, scheint aktueller denn je zu sein. Speziell in Mannschaftssportarten, ist doch der …
… Handball-Teamchef Ikero Romero Spanier, Basketball-Teamchef Aramis Naglic Kroate, Volleyball-Teamchef Adam Swaczyna Pole, Eishockey-Teamchef Roger Bader Schweizer und Fußball-Teamchef Ralf Rangnick Deutscher.
Rangnick büßte, zumal rhetorisch stark, nichts von seiner Popularität ein, obwohl die WM-Leistungen überschaubar waren. Hätte der Teamchef Peter Stöger (dessen Verpflichtung 2022 fix schien) oder Andreas Herzog geheißen, wäre von Kritikern der Laptop wohl in Salzsäure getaucht worden. Auch die Promi-TV-Analytiker wirkten tolerant.
Zu Rangnicks Stärken zählt, dass er immun gegenüber politischen Interventionen ist. Als er einmal den Zustand der Stadion-Trainingsplätze kritisierte, hat er die Unfehlbaren der Gemeinde Wien vergrault, aber letztlich eine Sanierung der Felder erreicht. Und als er jüngst wieder den Bau eines multifunktionalen Nationalstadions in Wien forderte und meinte, dass es schon Investoren gäbe, empfand man dies im Büro von XXL-Stadtrat Peter Hacker als maßlose Kompetenzüberschreitung, während in einer ORF-Online-Umfrage 70 Prozent Rangnick recht gaben.
Hacker begann seine Polit-Laufbahn im Vorzimmer des legendären Bürgermeisters Helmut Zilk – als Letzterer einmal nach einer Länderspielpleite öffentlichkeitswirksam verkündete, er werde den Kickern, sollten sie nicht besser spielen, das Wiener Stadion sperren.
Heute würden im Fall so einer Aussage die internationale Standards gewohnten ÖFB-Auslandsprofis in Anspielung auf den museumsreifen Zustand des Prater-Ovals fragen: „Soll das eine Drohung oder ein Versprechen sein?“
Source:: Kurier.at – Sport



