
„Es fühlt sich immer schlecht an, ein Derby zu verlieren“, sagte Austrias Trainer Max Uhlig nach dem 0:2 in seinem ersten Duell mit Rapid. Es war allerdings nicht alles schlecht für die Veilchen an diesem November-Sonntag.
Weil der WAC gegen Sturm in der Nachspielzeit den Ausgleich kassierte, bleiben die Kärntner einen Punkt hinter den Veilchen am Tabellenende, den Violetten bleibt die Rote Laterne erspart.
Freilich nur ein schwacher Trost. Es war die vierte Liga-Niederlage in Folge, seit sechs Spielen ist die Austria sieglos.
Die Krise hält auch unter dem neuen Trainer an. Der ist seit einer Woche im Amt, kann sich bislang nur ein Cup-Aus gegen Hartberg und eben die Derby-Niederlage auf die Visitenkarte schreiben. Gerade gegen Rapid hat er aber auch viel Positives gesehen.
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise lebt in Favoriten.
Spiegelbild der Saison
„Wir waren von Minute 15 bis zum ersten Gegentor die klar dominantere und bessere Mannschaft. Leider konnten wir aus vielen Möglichkeiten kein Kapital schlagen, auch weil die letzte Überzeugung im Abschluss gefehlt hat“, resümierte Uhlig.
Für Manfred Fischer war es ein Spiegelbild der bisherigen Saison. „Es ist hart, es ist echt hart in der Situation, wo wir sind. Die Jungs zerreißen sich. Jeder im Stadion hat heute gespürt, dass etwas möglich ist“, sagte der Austria-Kapitän. Man habe sich nur schwergetan, „die Kugel ins Tor zu drücken“.
Faktor Zeit
Den Kopf in den Sand zu stecken ist für Fischer aber keine Option: „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir alle gemeinsam aus der Situation wieder rauskommen, weil wenn wir so spielen und so eine Leistung wie in der ersten Halbzeit und phasenweise auch in der zweiten Halbzeit zeigen, dann werden wir da früher oder später wieder rauskommen.“
Trainer Uhlig setzt nicht nur auf eine Viererkette, sondern auch auf den Faktor Zeit. Nach nur einer Woche mit der Mannschaft sei es sehr wichtig gewesen, „so früh schon eine ordentliche Leistung gezeigt zu haben“.
Der Tatendrang vor der ersten kompletten Trainingswoche ist groß. „Es ist ganz wichtig, dass wir jetzt viel Trainingszeit haben und der Mannschaft klar vermitteln können, wie wir spielen wollen. Über die Trainingszeit werden die Abläufe besser werden. Es war schon viel sichtbar, es gibt aber noch viele Themen, die wir angehen wollen.“
Die Krise kann aber auch er nicht leugnen. „Es ist natürlich nicht schön, aktuell als Austrianer auf die Tabelle zu schauen. Das wollen wir schnellstmöglich ändern“, betonte Uhlig.
Nachsatz: „Ich glaube, man hat im Derby aber gesehen, dass wir da unten nicht hingehören.“
Das sahen auch die Fans so, die trotz der Niederlage applaudierten. Wie lange die Geduld noch anhält, ist aber fraglich. Ein Erfolgserlebnis täte allen im Verein gut.
Die nächste Gelegenheit gibt es am Sonntag, wenn die Austria vor der Länderspielpause bei der WSG in Tirol zu Gast ist.
Source:: Kurier.at – Sport



