
„Ich hätte nicht einen Euro frisches Kapital bezahlt ohne die persönliche Garantie von René Benko“, machte der Investor und Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner am Mittwoch vor dem Landesgericht Innsbruck unmissverständlich klar, warum seine Familien-Privatstiftung im Jahr 2023 fünf Millionen Euro an die (damals schon insolvenzbedrohte) Signa-Gruppe überwies. Genau diese Garantie steht nun im Zentrum eines Strafprozesses gegen Benko. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft ihm schweren Betrug und betrügerische Krida vor. Bei einer Verurteilung drohen dem insolventen Unternehmer bis zu zehn Jahre Haft.
Die Darstellungen von Haselsteiner und Benko, der sich nicht schuldig bekannte, könnten kaum weiter auseinanderliegen. Während Benkos Verteidiger Norbert Wess argumentiert, dass der Kaufpreis aus einem Aktienkaufvertrag längst fällig gewesen sei, stellte Haselsteiner klar:
„Den Kaufpreis sind wir nicht schuldig und waren wir nicht schuldig. Wir hätten uns dagegen verwahrt. Unter uns gesagt, wäre es eine Schweinerei gewesen.“ Und Haselsteiner legte noch nach: „Soweit sind wir noch nicht, dass mir der Bua sagt, dass ich die Aktien zahlen muss. Er hätte von mir so eine Abfuhr bekommen, dass es nur so gerauscht hätte.“ Der Investor betonte vor Gericht, dass seine Stiftung niemals vorgehabt habe, frisches Kapital in die Signa zu pumpen. „Ich hätte einen Aktienkauf mit frischem Geld nicht gemacht, sondern nur, weil ich eine Dividende bekommen hätte“, sagte Haselsteiner. Mit der Hälfte der versprochenen Dividende (zehn Millionen Euro) sollten die Aktien bezahlt werden – mehr nicht.
Noch Hoffnung gehabt
Haselsteiner schilderte die damalige Situation so: Die Hoffnung, die Signa zu sanieren, war noch nicht ganz aufgegeben. Sanierer Arndt Geiwitz war involviert. Bei der Signa-Gesellschaft SportScheck waren damals zwei Mal fünf Millionen Euro nötig, sonst wäre der Käufer abgesprungen.
„Ich habe mich bereit erklärt, in der Hoffnung, dass die anderen Aktionäre mitziehen“, sagt der Bauunternehmer, der fünf Millionen für SportScheck bezahlte. Im Gegenzug erhielt Haselsteiner von Benko eine Garantieerklärung für die Rückzahlung. Benko behauptete vor Gericht, Haselsteiner habe gewusst, dass er im November 2023 nicht über die nötige Liquidität verfügt habe. Benko sagte: „Wenn er sagt, ich hätte ihn getäuscht, dann lügt er.“
Großer Wert auf seine Machtposition
Der Investor widerspricht: „Ich hatte nicht gewusst, dass er vermögenslos ist. Ich halte ihn auch heute noch indirekt für einen vermögenden Mann.“ Er spielte dabei auf die Mama Ingeborg Benko an, die Begünstigte von zwei Stiftungen ist und dem Sohn durchwegs hohe Beträge schenkte. Haselsteiner zeichnete das Bild eines Mannes, der großen Wert auf seine Machtposition legte: „Benko hat großen Wert darauf gelegt, dass jeder weiß, dass er das Sagen hat.“ Die Vorstellung, dass er persönlich in Konkurs gehen könnte, hielt Haselsteiner für absurd: „Für mich war ausgeschlossen, dass René Benko in Konkurs geht.“
Im November 2023 glaubte Haselsteiner noch nicht, dass alles verloren sei – obwohl er skeptisch war: „Ich habe nicht mehr geglaubt, dass wir die Dividenden noch kriegen. Normalerweise bekommen Aktionäre bei Sanierungsfällen keine Dividenden mehr.“
Benko schilderte die Ereignisse völlig diametral. „Herr Haselsteiner hat mir damals in der Eile des Gefechtes die Garantie aufs Aug’ gedrückt, er wollte mich zwingen und binden“, sagte Benko. In der „absoluten Drucksituation“ sei die Garantie zustande gekommen. „Haselsteiner …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



