Schlechteste Woche an der Wiener Börse seit März

Wirtschaft

Nach dem jüngsten Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten stabilisierte sich am Freitag die Lage nur halbwegs. Die meisten europäischen Indizes gaben nur leicht nach, der Wiener ATX verzeichnete sogar ein kleines Plus von 0,10 Prozent. Mit einem Verlust von 4,4 Prozent verbuchte er freilich die schwächste Woche seit Beginn des Irankriegs im März. Er notiert nun auf dem tiefsten Niveau seit Mitte Juni. Der Goldpreis blieb ebenfalls unter Druck und sank erstmals seit Ende Juli wieder unter die 4.000-Dollar-Marke.

Gegenwind kam am Freitag von enttäuschenden Stimmungsdaten aus dem Euroraum und den weiter steigenden Öl- und Gaspreisen. In Frankreich fiel die Unternehmensstimmung angesichts der politischen Unruhen und der Sorgen über die Staatsfinanzen deutlich. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen knackte diese Woche die Marke von fünf Prozent und lag damit auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren. Dies ist das jüngste Zeichen für die wachsende Sorge der Anleger über die Fähigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, seine angespannten Staatsfinanzen zu sanieren.

„Es wird ungemütlich an den Finanzmärkten“, kommentierten die Analysten der deutschen Bank Helaba. „Ein ungutes Gemisch aus geopolitischen Spannungen, dem schier unstillbaren Kapitaldurst im KI-Sektor sowie fortgesetzte Bedenken hinsichtlich Frankreichs Bonität zerren an den Nerven der Anleger.“ Folglich hätten die Investoren risikoreichere Anlagen gemieden, was auch den zyklisch geprägten ATX stark belastete.

Bereits am Donnerstag war der Leitindex mehr als viereinhalb Prozent abgerutscht. Vom Rekord-Schlusskurs von mehr als 7.000 Punkten Ende September fiel der ATX mittlerweile um mehr als elf Prozent zurück. Seit Jahresbeginn liegt er jedoch weiterhin fast 17 Prozent im Plus. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Benchmarks hat der österreichische Leitindex damit klar die Nase vorn. In der Spitze hatte das Jahresplus nahezu ein Drittel betragen.

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USA

Auch in den USA zogen sich Anleger diese Woche weiter zurück. Vor allem die US-Technologiebörse Nasdaq kam dabei unter die Räder. Negativ aufgenommene Geschäftszahlen von US-Technologieriesen wie Tesla, IBM oder Meta drückten merklich auf die Stimmung. Der Nasdaq-Index ist von seinem Anfang Oktober erreichten Rekordhoch deutlich zurückgefallen. Der am Vortag um fast 3 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte September gesunkene Techindex schloss am Freitag prozentual unverändert. Auf Wochensicht verbuchte er ein Minus von 0,8 Prozent. 

Der Leitindex Dow Jones verlor am Freitag 1,23 Prozent. Daraus ergibt sich eine Wochenbilanz von plus 0,4 Prozent. Für den marktbreiten S&P 500 ging es zum Wochenschluss um 0,52 Prozent nach unten. Er verzeichnete damit für die beendete Handelswoche ein Minus von 0,5 Prozent.  Der Dow hat sich im Oktober bereits sichtbar von den zwei vorangegangenen, schwachen Monaten erholt. Dagegen ist der Nasdaq von seinem früh im Oktober erreichten Rekordhoch deutlich zurückgefallen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt er aber immer noch vorn.

Die im Tech-Sektor dominierende KI-Fantasie trug zuletzt einige Schrammen davon. Die Debatte darüber, ob sich die immens hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz am Ende auszahlen werden, bestimmt nach wie vor das Bild.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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