30 Jahre Mauerfall: So floh eine DDR-Bürgerin im Armaturenbrett eines Cadillacs nach Westdeutschland

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Ute Henkel Brandburger Tor

Es ist eng. Sie kann in der Finsternis den Motor nicht sehen. Aber sie weiß, dass er gleich unter ihr sein muss. Sie versucht, leise zu atmen. Sich nicht zu bewegen. Denn sie weiß, es ist ihre einzige Chance.

In den 28 Jahren, in denen die Mauer Ost- und Westdeutschland trennte, flohen mehr als 1,25 Millionen Menschen von der DDR in die BRD. Eine davon war Ute Henkel. Ihre große Liebe aus Westberlin hatte für sie eine äußerst spektakuläre Flucht organisiert: Versteckt im Armaturenbrett eines Cadillacs.

Alles begann mit einem außergewöhnlichen Treffen

Dabei wollte Ute Henkel ursprünglich gar nicht weg aus dem Osten. Ute Henkel wurde 1942 in Dresden als Ute Hallbauer geboren. In der Nachkriegszeit lebte sie in Kleinmachnow (Brandenburg) und besuchte immer wieder eine Freundin in Westberlin. Doch nachdem die Mauer gebaut worden war, hatte sie sich damit abgefunden, in Ostberlin zu leben und als Direktionssekräterin zu arbeiten, wie sie im Interview mit Business Insider erzählt: „Ich war mit meinem Beruf glücklich, hatte ein gutes Gehalt für DDR-Verhältnisse. Der persönliche Drang, nun unbedingt zu fliehen aus politischen Gründen, der war nicht vorhanden.“ Doch eines Tages ergab sich ein Treffen, das ihr Leben für immer verändern sollte.

Ute wurde von ihrer Mutter gebeten, sich mit einem Bekannten der Familie aus dem Westen zu treffen: Wilhelm Henkel. Sie sollte für ihn Geld nach Thüringen bringen. Dieses Treffen sollte der Beginn einer Liebesgeschichte sein, die in einer Flucht endete…

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Juli 1967: Das erste Treffen mit Wilhelm Henkel

Am 3. Juli 1967 traf Ute zum ersten Mal Wilhelm Henkel vor dem Operncafé in Ostberlin. Er konnte in die DDR als Besucher einreisen und erklärte ihr, warum er sich unbedingt hat treffen wollen: Es ginge um Geld, das Ute überweisen sollte an seine Familie in Thüringen. Ute Henkel erledigte den Auftrag. Für sie war die Sache erledigt. Für Wilhelm nicht. Er rief danach immer wieder bei der Mutter an und äußerte den Wunsch, ihre Tochter bald wiederzusehen.

Urlaub in Prag

Ute traf sich mehrmals mit Wilhelm Henkel. Schon beim dritten Mal schlug er Ute vor, dass sie nach Prag verreisen könnten. Sie willigte ein und reisten auf getrennten wegen und traffen sich dann dort. Bei einem Treffen danach in Ostberlin gestand er Ute, dass er sie gerne in den Westen holen würde und sprach von „Liebe auf dem ersten Blick“. Er versuche, Fluchthelfer zu kontaktieren. „Ich dachte damals, der redet viel, diese Wessis und so“, sagt Ute Henkel.

Kontakt zu Fluchthelfern

Über die Mutter blieben die beiden weiterhin in Kontakt. Bei einem weiterem Treffen sagte Wilhelm Henkel zu Ute, dass er Fluchthelfer über die Technische Universität Berlin gefunden hätte. Sie würden Ute Henkel die Flucht ermöglichen. „Er hat mir aber damals nicht gesagt, wie und auf welche Art und Weise.“ …read more

Source:: Business Insider.de

      

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