Giftige Weißwürste: Filmkritik zu „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“

Kultur

Von Gabriele Flossmann

Kaum ein Genre hat in den vergangenen Jahren mehr Zuschauer an die TV-Bildschirme gefesselt als Geschichten über Ermittler, die in allen Winkeln der Welt Verbrechen aufklären. Wobei die Betonung nicht auf der „Welt“ sondern auf dem „Winkeln“ liegt. Denn angesichts einer immer größeren Komplexität unseres Alltags scheint es wohltuend zu sein, das Böse in möglichst kleine Winkel von dörflichen Gemeinden eingrenzen zu können. Die Landkrimis, Rosenheim-Cops, Bodensee-Toten und Eberhofer-Krimikomödien sind nur einige der erfolgreichen Beispiele für diesen Trend, dem sich inzwischen auch der in den bayerischen Alpen ermittelnde Kommissar Jennerwein angeschlossen hat.

Der Film „Hochsaison“ basiert auf Teil 4 der inzwischen 16-bändigen Krimi-Reihe des deutschen Autors Jörg Maurer. Im Buch  wie auch in der gleichnamigen Verfilmung soll Kommissar Jennerwein im winterlichen Garmisch-Partenkirchen die ebenso mörderischen wie rätselhaften Vorfälle rund um ein Skisprung-Event aufklären. Nach dem schweren Sturz eines Athleten tauchen anonyme Drohbriefe auf, die weitere Anschläge ankündigen. Außerdem will ein Zeuge des Unfalls einen Schuss gehört haben. Bei seinen Ermittlungen gerät Jennerwein in Konflikt mit misstrauischen Bewohnern und den – teils prominenten – Besuchern des Wintersportorts. Und auch die Machtspiele der Lokalpolitiker, die ihr Revier als Austragungsort für Olympische Spiele ins Gespräch bringen wollen, drängen ihn immer wieder aus der Spur. Vor allem aber hat Jennerwein gegen einen Täter zu kämpfen, der offenbar gezielt Aufmerksamkeit sucht, indem er nebulös viele Verbrechen ankündigt und ihn in seinem Bekennerschreiben mit vielen falschen Spuren an der Nase herumführt.

Angesiedelt ist das Ganze in einem Ort mit skurril bayerischem Ambiente, in dem die – ebenfalls vorkommenden – vergifteten Weißwürste naturgemäß zu den größten Horrorszenarien zählen. Die filmische Umsetzung dieses Provinzkrimis ist konventionell, besticht aber durch die sorgfältige Besetzung der Protagonisten – wie Florian Brückner als Jennerwein und Cornelius Obonya als Bürgermeister.

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INFO: D/Ö 2026. 92 Minuten. Von Hannu Salonen. Mit Florian Brückner, Cornelius Obonya.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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