
Die IFN Holding versammelt mehrere Unternehmen mit Bezug zu Gebäudehüllen unter einem Dach, darunter die Fenster-Marke Internorm. Christian Klinger ist einer der drei Miteigentümer des Unternehmens. Er hat den KURIER in Wien getroffen, um über die zuletzt finanziell aufgestockte Sanierungsoffensive und andere aktuelle Themen zu sprechen.
KURIER: Der Iran-Krieg hat die Energiekosten von Unternehmen in die Höhe getrieben. Wie hat sich das auf Ihre Unternehmen ausgewirkt?
Christian Klinger: Natürlich hat uns das weltpolitische Geschehen auch wehgetan. Energiepreise spüren wir nicht direkt, weil wir relativ wenig energieintensiv produzieren. Wir haben aber mit massiven Materialpreissteigerungen zu kämpfen, vor allem bei energieintensiven Vorprodukten wie Glas und Stahl. Angesichts der Treibstoffkosten für den Transport haben wir das Glück, relativ viel auf der Schiene zu fahren. Was uns mehr als Energiekosten beschäftigt hat, war, dass man uns eine Förderung versprochen hatte und nach 32 Tagen hat der Landwirtschaftsminister gesagt: Nein, das mit der thermischen Sanierung läuft nicht ganz so. Das hat zu großer Kaufzurückhaltung geführt.
Wie zufrieden sind Sie nun mit der Gestaltung der Sanierungsoffensive 2027?
Das war eine positive Überraschung, der Fonds ist ja aufgestockt worden. In Summe sind es 500 Millionen Euro, davon 321 Millionen für die thermische Sanierung. Über deren Sinn und Nutzen haben wir lange gepredigt, es dürfte doch irgendwie durchgedrungen sein. Wichtig wäre nur, dass wir nicht wieder auf Stop-and-Go-Förderpolitik kommen, weil sonst verlieren wir jedes Vertrauen. 2024 wurde großartig verkündet, man habe sich auf ein fünfjähriges Förderschema geeinigt. Das wäre eigentlich die beste Situation.
Hat die große Sommerhitze bei Sanierungen trotz Förderstopp etwas bewegt?
Es war der heißeste Sommer seit 260 Jahren. Sommerliche Kühlung und Beschattung werden in Zukunft viel größere Themen werden. In vielen Köpfen ist das noch nicht drinnen. Thermische Sanierung hilft beim Heizen und beim Kühlen. Auch Extremwetterereignisse bewältigt eine dichte Gebäudehülle besser. Wenn ein Tornado kommt und die Gebäudehülle wird undicht, dann zerreißt es Ihnen das Haus. Ein Fenstertausch mit außenliegendem Sonnenschutz ist die günstigste Maßnahme und hält mindestens 50 Jahre. Eine Klimaanlage müssen Sie wahrscheinlich alle zehn bis 15 Jahre tauschen.
Wie sehr machen Ihnen die hohen Holzpreise zu schaffen?
Kaum. Unsere Internationalität hilft uns dabei. In den nordischen Ländern sind wieder Kapazitäten vorhanden. Wir kaufen Holz europaweit ein.
Wie beurteilen Sie die momentane Lage im Bausektor?
Im privaten Neubau sehen wir eine leichte Bewegung nach oben, ausgehend von einem extrem niedrigen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sind es etwa plus 10 Prozent. Das ist recht erfreulich, aber immer noch weit entfernt von dem Niveau, auf dem wir schon einmal waren. Eine Erkenntnis der letzten Jahre war, dass nichts mehr normal ist. Auf der Welt tut sich überall viel und durch Veränderungen wie KI wird sich ständig irgendetwas ändern, selbst wenn ein Putin oder ein Trump einmal zur Ruhe kommen sollten.
Vor einem Jahr haben Sie die heimische Bürokratie bei einer Werkserweiterung sehr kritisiert. Ist da mittlerweile etwas weitergegangen?
Das Verfahren läuft, aber prinzipiell hat sich eher ein Rückschritt ergeben. Wären wir in Westeuropa woanders hingegangen, würden wir zumindest schon bauen. In Osteuropa würden wir schon produzieren und außerhalb Europas würden wir schon drei …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



