Private wollen ORF zu mehr Kooperation verpflichten

Kultur

Nicht zufällig vor dem ORF-Zukunftsforum des Medienministeriums (Donnerstag und Freitag) hat der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) am Montag seine Forderungen für die „Weiterentwicklung der medienpolitischen Rahmenbedingungen in Österreich“ vorgelegt.

VÖP-Präsident Christian Stögmüller (Life Radio) zeichnete das düstere Bild eines immer schwierigeren Marktumfeldes. Das Geschäftsmodell, qualitativ hochwertige Inhalte kostenfrei anzubieten, sei „maximal in Gefahr“. Dabei seien die Privatsender in Zeiten von Plattformökonomie und Fake News ein „Bollwerk gegen die Desinformation“ mit stark regionalisierter Prägung. Diese seien nicht nur durch die „erdrückende Last“ eines Abflusses von zwei Dritteln der Werbegelder gefährdet, „es geht auch um die Frage, welchen Standards man entsprechen muss“. Man betrachte die digitalen Plattformen als Medien, die dementsprechend reguliert werden müssten. Stögmüller zitierte einen Falco-Hit: „Maschine brennt“.

Es geht also um das liebe Geld. VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm erläuterte die zentralen Forderungen, allen voran eine Verdoppelung des privaten Rundfunkfonds von 25 auf 50 Millionen Euro. Analog zur kürzlich fixierten Zustellförderung für Printmedien hält Drumm „auch eine Zustellförderung im privaten Rundfunk für sinnvoll, denn klar ist, dass die Inhalte nur dann relevant werden bei den Rezipientinnen und Rezipienten, wenn sie dort auch ankommen“. Als Verbreitungsförderung schweben dem VÖP zwischen zehn und 20 Mio. Euro als „sinnvolle Größe“ vor, sagte Drumm. Neben linearen Angeboten sollten auch Online-first-Inhalte von Privatsendern förderfähig sein. Kooperationen bei digitalen Transformationsprojekten müssten erleichtert werden.

Kooperation ist überhaupt das Zauberwort. Zwischen privaten Medienhäusern sollte sie regulativ erleichtert und zeitgemäß gestaltet werden. Privatsender seien weit stärker reguliert als andere Mediensektoren, sagte Drumm und fordert vergleichbare Rahmenbedingungen. Den ORF will man zu mehr Kooperationen verpflichten, eine solche Pflicht soll im ORF-Gesetz verankert werden. Kooperationsmöglichkeiten ortet man bei Inhalten, Archiv, Lizenzen, Produktions- und Distributionsinfrastrukturen sowie technologischen Entwicklungen.

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ORF nicht schwächen

Eine ORF-Reform dürfe keinesfalls dazu führen, dass private Medien verdrängt würden, meinte Drumm, „dennoch gehe es nicht um ein ,private Medien gegen ORF‘. Es geht darum, die Stärke des öffentlich-rechtlichen Senders zu nutzen, um den Medienstandort resilienter zu machen“. Man wolle den ORF nicht kleiner machen“, er solle aber auch nicht expandieren.

Als weiteren Hebel schlägt der VÖP vor, die bisher fünf Prozent Digitalsteuer auf 15 Prozent zu erhöhen, um damit auch die Werbeerlöse großer internationaler Tech-Konzerne stärker zu treffen. Dieses Geld solle dem Medienstandort zugutekommen. Dem Vernehmen nach ist damit auch die Filmförderung gemeint. Pläne für eine Streamingabgabe aus dem Kultur- und Medienministerium lehnte Drumm – als weitere Belastung für den Privatfernsehsektor – erneut  entschieden ab.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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