
von Susanne Zobl
Mit den Worten „Acerba Voluttà“ beklagt die Fürstin Bouillon ihre Eifersucht auf Moritz von Sachsen. Die ist so stark, dass sie am Ende ihre Rivalin vergiften wird.
Elīna Garanča lässt die Auftrittsarie der mörderischen Fürstin zum Wendepunkt der ersten Vorstellung der Aufführungsserie von Francesco Cileas Oper „Adriana Lecouvreur“ an der Staatsoper werden. Was zuvor geschah, war teils sehr gut, aber das Mitreißende brachte erst Garanča mit. Das war bei ihrem Rollendebüt vor fünf Jahren ähnlich.
Auch damals verkörperte Ermonela Jaho ihre Rivalin und Titelfigur. Diese hieß im wirklichen Leben Adrienne Lecouvreur, war die beliebteste Schauspielerin der Comédie Française und eine der Geliebten von Moritz von Sachsen. Als sie starb, waren sich viele sicher, dass sie vergiftet worden sei.
Jaho wirft sich in die Partie und wird für ihre Arien zurecht bejubelt. Jaho unternimmt eine Gratwanderung zwischen der im Verismo geforderten Authentizität und effektvollen Ausbrüchen. So stellt sie sich Garanča wie eine Furie entgegen.
Luciano Ganci geht als Fürst Moritz von Sachsen immer wieder an seine vokalen Grenzen. Roberto Frontali fällt unter den kleineren Partien als sympathischer Michonnet auf. David McVicars historisierende Inszenierung erfüllt die Funktion einer Staffage. Marco Armiliato setzt mit dem sehr gut disponierten Orchester auf große Emotionen. Im Graben bringt Konzertmeister Yamen Saadi seine Geige wie eine betörende Stimme zum Singen. Viele Bravos.
Source:: Kurier.at – Kultur



