Serie „City of Blood“: Berlin, wo die Vampire Zöpfchen tragen

Kultur

Die neue Serie „City of Blood“ spielt in einem Berlin, in dem es dauerhaft 41 Grad hat, durch die Stadt dümpelt nur mehr ein unwürdiges Rinnsal der Spree. In den Anfangsszenen lernt man Phoebe und Bea kennen, Letztere ein kleines Mädchen, das zu ihrer Sicherheit eingesperrt wird, während ihre große Schwester (Soma Pysall) bei einem improvisierten Straßenrave mit Drogen dealt. Im Schatten eines brennenden Turms von ausrangierten Klimaanlagen.

Wegen überstandener Pandemien fahren mittwochs Desinfektionssprüher durch die Straßen. Und wer sich da nicht in Sicherheit bringt, hat ein Problem. Wie auch Bea. Aber sie hat Glück, sie wird adoptiert – ihre Schwester hingegen nicht.

Autoritäre Kleinstaaten

Das ist nur der Prolog, die Geschichte selbst setzt 15 Jahre später wieder ein. Phoebe soll Bea (Lea Drinda) eine Niere spenden. Deutschland ist in lauter autoritäre Kleinstaaten zerfallen. Nur nicht die Republik Berlin. Die ist noch Demokratie, und Beas Adoptivmutter arbeitet für die regierende bürgerliche Partei.

Die kommt – ein Déjà-vu dieser Tage – immer mehr unter Druck durch eine populistische Rechtspartei. Die mittlerweile sattsam bespielte politische und klimatische Dystopie erhält in „City of Blood“ aber eine unerwartete weitere Ebene. Und zwar Vampire.

Das ist nicht einfach eine Laune der Drehbuch-Natur, nein, die Serie basiert auf der Graphic-Novel-Reihe „Berlinoir“, in der Vampire die Herrschaft übernommen haben. Weil es in Berlin einen „Klima-Dome“ gibt, in dem eine nicht vom Klimawandel betroffene Welt künstlich simuliert wird (ohne für Vampire gefährliches Tageslicht), zieht es die Blutsauger in die Republik. Phoebe, die als Fahrerin bei illegalem Bluthandel beteiligt ist, gerät unfreiwillig in die gefährliche Gesellschaft der Vampire. Ihre Schwester Bea macht sich auf die Suche nach ihr.

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Wie im Death Valley

„City of Blood“ hinterlässt einen ambivalenten Eindruck. Einerseits ist der düstere Sci-Fi-Horror, der auch an US-Serien wie „Last of Us“ erinnert und die unerwarteten Bilder, wie das deutsche Windrad-Flachland, das hier mehr nach Death Valley aussieht, einnehmend. Andererseits gibt es auch genug Momente der unfreiwilligen Komik, nicht zuletzt, wenn die furchteinflößende Wirkung von Lars Eidinger als exaltiertem Obervampir von seinen Pippi-Langstrumpf-Zöpfen unterminiert wird. Man merkt der Produktion an, dass sie auf ein internationales Publikum schielt. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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