Theater der Jugend: Der Name „Renaissancetheater“ ist Geschichte

Kultur

Im Theater der Jugend, 24 Jahre lang von Thomas Birkmeir geleitet, weht ein sanfterer Wind: Aslı Kışlal verströmt Herzlichkeit und Empathie. Die Kinder und Jugendlichen sollen nicht fit fürs Erwachsenentheater gemacht werden, sondern sich auf den Bühnen wiederentdecken können. Das TdJ wird sich also mit den Lebenswelten der jungen Menschen beschäftigen, was gar nicht so einfach ist, weil man ja Produktionen für Sechs- wie Sechzehnjährige (samt deren Eltern) anbietet.

Vom Zungenbrecher „Renaissancetheater“ hat sich Aslı Kışlal verabschiedet: Die Bühne nennt sich nun nach dem Ort „TdJ Neubaugasse“, am 26. 9. gibt es einen Tag der offenen Tür. Die zweite Spielstätte (im Zentrum) heißt „TdJ Liliengasse“.

Aslı Kışlal, die aus der freien Szene kommt (sie leitete das diverCITYLAB), musste zunächst viel lernen. Zum Beispiel, wie ein Theaterbetrieb funktioniert, der mit einem bloß sechsköpfigen Ensemble in der kommenden Saison 286 Vorstellungen schultert. Sie musste auch lernen, dass sich neue Formate, die ihr vorgeschwebt waren, in der starren Struktur nicht umsetzen lassen. Und sie musste erkennen, dass es wenig dramatische Literatur für die große Bühne gibt, wenn man nicht unbedingt auf Klassiker- und Märchenadaptionen zurückgreifen will.

So rief man in Kooperation mit der Schauburg München und dem Jungen Schauspiel Düsseldorf den Kinderstückpreis „Hugo“ ins Leben. Eine Jury (aus Kindern und Erwachsenen) vergibt drei Schreibstipendien. Eines der Werke, die dabei entstehen, wird mit 10.000 Euro prämiert und auch umgesetzt.

Die Folge ist zudem, dass es in der kommenden Saison fast ausschließlich Dramatisierungen gibt. Am 13. Oktober gelangt in der Neubaugasse Renate Welshs Klassiker „Alle Kinder nach Kinderstadt“ in der Regie von Simon Windisch zur Uraufführung, drei Tage später folgt in der Liliengasse „Komm runter!“ von Sabrina Myriam Mohamed – ebenfalls eine Wiener Schriftstellerin – in der Regie von Niko Eleftheriadis.

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„Der Zahn“ basiert auf einer Graphic Novel der Hamburger Illustratorin Ayşe Klinge (Premiere am 11. 12.). Frei nach Cervantes erzählt Raoul Biltgen ab 12. Jänner die Geschichte von „Quixote“, als Saisonabschluss gibt es eine Adaptierung von J.R.R. Tolkiens „Der Hobbit“ (ab 25. Mai.) Bérénice Hebenstreit, die programmatische TdJ-Leiterin, dramatisiert „Vevi“ von Erica Lillegg, Aslı Kışlal „Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor“ der niederländischen Autorin Joke van Leeuwen. Und es gibt auch eine nonverbale Produktion: „Outcast“ von Valentin Alfery gelangt am 9. April zur Uraufführung.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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