Österreichs Tennis-Team stach auch die USA und Frankreich aus

Sport

Die Atmosphäre auf dem Gelände des Wiener Athletik Clubs war einzigartig. Das lag nicht nur am Ambiente beim Davis-Cup-Duell zwischen Österreich und Belgien vor 4.000 Zuschauern, sondern auch daran, dass nach dem 3:1-Sieg der Österreicher die zahlreichen belgischen Fans mit ihren Spielern so lange plauderten, bis auch die siegreichen Österreicher dazustießen, um zur Pressekonferenz zu kommen. Der Respekt zwischen Spielern und Fans beider Lager ist vorbildlich.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Stimmung im „KURIER Austria Davis Cup Team“. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich ein Team ohne Top-100-Spieler in der Weltrangliste zum zweiten Mal in Folge für das Finalturnier der besten Acht Tennis-Nationen der Welt qualifiziert hat. Im Gegensatz übrigens zu Top-Tennis-Nationen wie etwa USA oder Frankreich.

Die Prinzenrolle

Teamkapitän Jürgen Melzer, einst selbst als Mister Davis Cup tituliert, weiß: „In diesem Bewerb geht es nicht nur um Top-Spieler, sondern um Spieler, die bereit sind, alles zu geben und so zu performen, damit sich das ausgeht.“ Das trifft vor allem auf Jurij Rodionov zu, der im Davis Cup seine größten Siege feierte. In den vergangenen zwei Jahren hat er eine 8:1-Bilanz. Würde er im Turnier-Alltag auch so spielen, wäre der 27-Jährige in der Weltrangliste wohl 100 Plätze besser platziert als jetzt auf Rang 140. Rodionov selbst kennt seine Schwäche: „Natürlich stelle ich mir diese Frage. Das ist ein Baustein, den ich finden muss. Jetzt bin ich einmal froh, dass ich dem Team zwei Punkte geben konnte.“ Als Mister Davis Cup will er sich jedenfalls nicht bezeichnen lassen. „Das ist immer noch der Jürgen. Wenn ich so weitermache, werde ich vielleicht zum Prinzen.“

  Austria-Kapitän Fischer nach 2:2 beim GAK: „Das ist nicht gut genug“

Im Team tut sich Rodionov einfach leichter. Er braucht die Unterstützung von der Mannschaft und die positive Energie, die von Melzer, dem Betreuerteam und den Kollegen ausgeht.

Die Zukunft

Am Dienstag findet in Bologna die Auslosung für das Finalturnier von 24. bis 29. November statt. Österreich wird knapp nicht gesetzt sein. Jürgen Melzer will nur ein Los nicht: „Italien muss es nicht wieder sein“, sagt er. Im Vorjahr schied Österreich im Viertelfinale gegen den späteren Champion aus. Neben Österreich werden auch Kanada, Großbritannien und Korea ungesetzt sein. Diese vier werden auf Italien, Spanien, Deutschland oder Tschechien treffen. Die Tschechen sorgten mit dem 3:2 gegen die USA mit Brian Shelton und Learner Tien für eine ebenso große Überraschung wie Österreich gegen die als Nummer 4 gesetzten Belgier.

Neben der Prämie von 500.000 Dollar für die Finalteilnahme erwartet sich ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda auch Rückenwind für die kommenden Monate: „Das macht es natürlich auch leichter, am Ende des Jahres Sponsorenverhandlungen zu führen, wenn man unter den besten Acht der Welt steht.“

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.