Warum der Konflikt auf der Arabischen Halbinsel so brandgefährlich ist

Politik

Auf der Arabischen Halbinsel eskaliert der Krieg zwischen den Houthi-Milizen im Jemen und dem Nachbarn Saudi-Arabien. Die schiitischen Kämpfer hatten zuvor schon mit Luftangriffen dem Königreich schwere Schläge versetzt, mit der massiven Attacke auf den internationalen Flughafen in der Hauptstadt Riad (mit zwölf Toten und Hunderten Verletzten) erreichte der Konflikt am Wochenende aber einen neuen Höhepunkt. Wie kam es dazu? Und wie könnte es in der Region weitergehen? Ein kleiner Leitfaden durch diesen nahöstlichen Hotspot.

Wer sind die Houthis?

Die Volksgruppe gehört zu einem Stammesverband aus dem bergigen Gebiet im Norden des Jemens an der Grenze zu Saudi-Arabien. Sie gehört einer Rechtsschule des schiitischen Islams an, diese stellt rund ein Drittel der Bevölkerung. Politisch und militärisch begannen sich die Houthis in den 1990er-Jahren unter dem später verstorbenen Hussein al-Houthi zu organisieren, dessen Bruder Abdul Malik al-Houthi ist seit 2004 ihr Anführer. Weil sich diese Gruppe im Jemen marginalisiert sah, erhob sie sich 2014 gegen die Regierung des damaligen Staatspräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Wie verlief der Krieg bisher?

Die Houthis erzielten nach Beginn ihres bewaffneten Kampfes vor zwölf Jahren große Erfolge, die Regierung konnte sich nur dank einer von Saudi-Arabien angeführten Koalition, die 2015 in den Konflikt eingriff, an der Macht halten. Aber auch nicht mehr: Die Aufständischen, deren Truppenstärke im Vorjahr auf 350.000 Mann geschätzt wurde, kontrollieren zwar „nur“ zwischen einem Viertel und einem Drittel der Fläche des Jemens (inklusive der Hauptstadt Sanaa), dort leben aber 70 bis 80 Prozent der Einwohner – etwa 30 Millionen Menschen. Jahrelange Luftbombardements und auch Gefechte am Boden konnten die Houthis nicht in die Knie zwingen.

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Welche Rolle spielt der Iran?

Eine große. Die schiitischen Machthaber in Teheran sind mit ihren Glaubensbrüdern im Jemen eng verbunden. In seinem Kampf um die Vorherrschaft in der Region unterstützt der Iran die Houthis gegen den sunnitischen Erzrivalen Saudi-Arabien. Zu dieser „Achse des Widerstandes“ im Stellvertreterkrieg zählen auch schiitische Milizen im Irak und die Hisbollah im Südlibanon (zuvor auch das Assad-Regime in Syrien).

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges vor drei Jahren – nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober – feuerten die Houthis auch Raketen auf Israel ab. Und nach Beginn des amerikanisch-iranischen Krieges Ende Februar 2026 spielten sie (wohl in Absprache mit Teheran) auch ihre geopolitische Karte: Nachdem die iranischen Revolutionsgarden bereits die Straße von Hormus für Öl- und Gaslieferungen de facto unpassierbar gemacht hatten, bedrängten ihre Verbündeten im Jemen saudische Öltanker, die das zweite Nadelöhr der Weltwirtschaft passieren wollen – die Meerenge Bab al-Mandab. Zugleich wurden saudische Ölanlagen angegriffen.

Woher stammen die Waffen der Houthis?

Anfänglich dürfte der Iran ordentlich geliefert haben, später vermutlich nur noch Komponenten – wenngleich die Miliz behauptet, ihr Arsenal stamme ausschließlich aus eroberten Beständen der regulären Armee, und Teheran dementiert. Jetzt freilich wurde bekannt, dass Spezialisten der schiitischen Rebellen im Jemen auch Künstliche Intelligenz benützen, namentlich „Claude“ des US-Unternehmens Anthropic. Damit soll die Software für taktische Lenkraketen und mehrstufige ballistische Raketen mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern entwickelt werden. Außerdem gab es laut Medienberichten Versuche, ein Programm für Hyperschall-Gleitflugkörper zu schreiben. Dabei gelang es offenbar, entsprechende Sicherheitsmechanismen von Anthropic …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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