Vater des Berlin-Attentäters: „Habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen“

Politik

Die Schule habe sein Sohn bis zur zehnten Klasse besucht, danach habe er mal hier, mal dort gearbeitet, einen festen Job habe er nie gehabt. Die Nächte habe er am Handy verbracht, tagsüber geschlafen bis zum Nachmittag. Das sagte Tawfik B., der Vater des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Abdul B. (21), dem Spiegel. Das Magazin erreichte den 64-Jährigen in seiner alten Heimat, dem Südlibanon, den er einmal pro Jahr besucht.

Seinen Sohn, der von Spezialkräften am Sonntag bei seiner versuchten Festnahme erschossen wurde, versucht der Mann, der von seiner Frau geschieden ist, zu verteidigen. „Wir sind Schiiten. Wir unterstützen den ,Islamischen Staat’ (IS) nicht“, zitiert der Spiegel Tawfik B., der allerdings auch zugibt, dass der Spross die Sunniten „geliebt“  habe.

Und das passt ins Bild, das Abdul B. zuletzt abgegeben hat: 2025 versuchte er, sich über den Libanon nach Syrien abzusetzen und sich dort der sunnitisch-extremistischen IS-Terrortruppe anschließen wollte. Das misslang freilich, der junge Mann wurde im Zedernstaat verhaftet. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam er in U-Haft, eine spätere Verurteilung zu einem Jahr und zehn Monaten wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Im Mai 2026 kam der spätere Attentäter, der bereits als islamistischer Gefährder galt, frei – was nun eine politische Debatte in Deutschland ausgelöst hat.

Schwestern tragen Hidschab

Offenbar hat sich der in der Bundesrepublik geborene Abdul B. im Laufe der Zeit radikalisiert. Sein Vater dazu: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“ Er selbst versuchte angeblich alles, um seinen Sohn von Extremismus fernzuhalten: „Ich habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen.“

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Das Tragen des Hidschabs, das vielen als Symbol des politischen Islam gilt, verbat Tawfik B. seinen drei Töchtern aber nicht. 

Opfern geht es besser

Den schwer verletzten Opfern, die im Berliner Universitätsklinikum Charité behandelt werden, geht es besser. „Der körperliche Gesundheitszustand der vier Patienten stabilisiert sich erfreulicherweise weiter“, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. „Drei Patienten konnten inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden, einer ist weiterhin auf einer Intensivstation, aber auch auf dem Weg der Besserung.“

Die Charité hatte acht Verletzte versorgt, von denen vier noch am Sonntag wieder nach Hause konnten. Die übrigen vier mussten nach Angaben des Klinik-Sprechers zum Teil notoperiert und anschließend intensivmedizinisch behandelt werden. Sie erlitten demnach vor allem Stichverletzungen, zum Teil aber auch mehrere Knochenbrüche infolge des Zusammenstoßes mit dem Fahrzeug. 

Weiterer Verdächtiger wieder frei

Indes ist ein zunächst festgenommener zweiter Verdächtiger wieder frei. Der Mann sei entlassen worden, teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mit. Der Tatverdacht gegen den Mann dürfte sich demnach nicht erhärtet haben.

Mehrere Medien hatten am Wochenende über die Festnahme einer zweiten Person berichtet. In der Vergangenheit sei immer auch nach weiteren Verdächtigen gesucht worden, sagte Dobrindt (CSU) Sonntagabend im ARD-„Brennpunkt“. „Es gibt eine weitere Person, die dort in Betrachtung ist. Das hat sich bisher aber nicht erhärtet, ist aber auch noch nicht abgeschlossen.“ Diese Anschläge würden typischerweise von Einzeltätern begangen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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