Historischer Finanzskandal: Was der Schuldspruch für Manchester City bedeutet

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Es ist einer der größten Skandale in der Geschichte des englischen Fußballs, der die Insel aktuell erschüttert. Manchester City wurde von einer unabhängigen Kommission bei allen Anklagepunkten wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen. Die Sanktionen könnten ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreichen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Finanzskandal in England.

Was wird Manchester City vorgeworfen?

Im Kern geht es um die Frage, ob der englische Topklub seine finanzielle Situation über Jahre falsch dargestellt und damit die Finanzregeln der Premier League und der UEFA umgangen hat. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Saisonen 2009/’10 bis 2017/’18. Demnach habe der Verein sogenannte „Scheinverträge“ mit Sponsoren eingesetzt. Dadurch seien Einnahmen künstlich erhöht und Kosten gesenkt worden.

Nach den Feststellungen der Kommission ging es insgesamt um mehr als 900 Millionen Pfund (mehr als eine Milliarde Euro). Zudem habe City seine tatsächliche finanzielle Situation gegenüber Wirtschaftsprüfern und Fußballverbänden verschleiert.

Warum zieht sich der Fall bereits so lange?

Die Vorwürfe reichen mittlerweile acht Jahre zurück. Im November 2018 veröffentlichten Der Spiegel und Football Leaks erstmals umfangreiche Recherchen zu möglichen Verstößen des Klubs gegen die Finanzregeln. Im März 2019 leitete die UEFA eine Untersuchung ein.

Diese mündete im Februar 2020 in einen zweijährigen Ausschluss von den europäischen Bewerben und eine Geldstrafe von 30 Millionen Euro. Der Verein legte beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung ein. Im Juli desselben Jahres wurde die Sperre aufgehoben. Der CAS kam unter anderem zu dem Schluss, dass Vorwürfe nicht ausreichend nachgewiesen oder verjährt waren.

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Parallel dazu untersuchte auch die Premier League die Vorwürfe. Nach einer vierjährigen Untersuchung erhob sie im Februar 2023 115 Anklagepunkte gegen Manchester City und verwies den Fall an eine unabhängige Kommission. Im September 2024 begann schließlich die Anhörung, die im Dezember nach 42 Verhandlungstagen endete. Anschließend beriet die Kommission über ihre Entscheidung.

Am 29. September 2026 veröffentlichte die Premier League schließlich die Ergebnisse: City wurde bei allen Anklagepunkten wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln schuldig gesprochen. Auch Verstöße gegen UEFA-Regeln wurden festgestellt.

Wie reagierte der Klub auf den Schuldspruch?

Manchester City weist die Vorwürfe weiterhin zurück. Die Entscheidung enthalte „eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen“ und sei daher nicht tragfähig, heißt es in einem Statement.

Klubchef Khaldoon al-Mubarak sieht den Verein im Visier von Gegnern. Demnach gebe es „noch immer viele, die den Aufschwung unseres Klubs untergraben wollen“. Geschäftsführer Ferran Soriano bezeichnete das Ganze sogar als „Verschwörungstheorie der Premier League“.

Welche Strafe droht Manchester City?

Das ist noch unklar. In einer weiteren Anhörung soll über die Sanktionen entschieden werden. Das mögliche Strafmaß ist breit gefächert. Von einer Geldstrafe über einen Punktabzug bis zu einem Ausschluss aus der Premier League ist alles möglich. Zudem sind weitere Klagen englischer Klubs auf Schadenersatz möglich, etwa aufgrund verpasster internationaler Qualifikationen oder Titel.

Gab es schon vergleichbare Fälle?

Ligachef Richard Masters bezeichnete die Entscheidung als „bedeutendste“ in der Geschichte der Premier League. Einen direkt vergleichbaren Fall gab es bislang nicht. Everton wurden in der Saison 2023/’24 wegen eines Verstoßes gegen die Profitability and Sustainability Rules zunächst zehn und nach einem Berufungsverfahren sechs Punkte abgezogen. Die Fälle sind …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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