Doppelagent Marjan Makic? Pöttsching verlor plötzlich Stürmer

Sport

Es war wohl die skurrilste Nachricht der letzten Woche. Die BVZ berichtete am Mittwoch, dass Marjan Markic vom ASV Pöttsching nach Bosnien zu NK Mladi Zadrugar Donji Rahić transferiert wurde, jedoch wusste keiner davon Bescheid, nicht einmal der Spieler. Markic zeigte sich geschockt und betroffen. Beim Verein herrschte Fassungslosigkeit, denn damit verlor Pöttsching einen seiner besten Spieler und das nach dem Ende der Transferperiode.

Viele Fans kennen Markic noch. Der 35-Jährige war im Burgenland unter anderem bei Klingenbach, Parndorf, Neusiedl und spielte in der 2. Liga für die Vienna und Amstetten. Er war aber auch wegen eines anderen Grundes in den Schlagzeilen: Im Jahr 2021 wurden Spielmanipulationen in der Regionalliga öffentlich und Marjan Markic wurde neben acht anderen Akteuren für 91 Wochen aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen. Nach Ablauf der Sperre spielte er eine Saison für Wiener Neudorf und wechselte danach zu Pöttsching. Jedoch dürfte er während seiner Zeit beim ASV nicht nur für Pöttsching gespielt haben. Es gibt Spielberichte von 2026, 2025, 2024 und 2023, die zeigen, dass Markic bei dem schon genannten bosnischen Verein im Kader stand und sogar mehrere Tore erzielte.

Zum konkreten Sachverhalt will sich Pöttsching derzeit nicht äußern, sie verwiesen auf die laufenden Ermittlungen. Der Verein beteuerte aber, dass Markic genauso überrascht gewesen sein soll wie die Verantwortlichen. Die Reihenfolge der Abläufe werfe für den Verein jedoch Fragen auf: Am 28. August habe der Verein eine Transferanfrage per E-Mail erhalten und will erst dadurch gesehen haben, dass Markic laut dem ÖFB-Transfersystem schon am 23. August transferiert wurde.

  Der Verein am romantischsten Platz Wiens hat einen neuen Vorstand

Während Pöttsching schwieg, zeigte sich der Burgenländische Fußballverband wesentlich auskunftsfreudiger. BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer schilderte die Ereignisse: „Herr Markic war beim ASV Pöttsching gemeldet und gleichzeitig auch bei einem bosnischen Verein. Aufgefallen ist diese doppelte Meldung durch die FIFA-ID, die jeder Spieler bekommt. Das ÖFB-System hat den Spieler dann an jene Mannschaft transferiert, bei der er zuerst gemeldet ist und das war der bosnische Verein.“

Ein weiteres pikantes Detail ist laut Wutzlhofer: „Wir wissen aus dem System der FIFA, dass er während seiner Sperre wegen Spielmanipulation in Österreich in Bosnien für einen Verein gespielt hat.“

Zusätzlich kommt auf Markic von Seiten des BFV ein Verbandsverfahren zu: „Pöttsching ist der Leidtragende des Ganzen. Die haben jetzt einen Spieler verloren, den sie nicht ersetzen können, aber in Österreich kann der Spieler nicht mehr eingesetzt werden. Was sicher kommen wird von Seiten  des BFV, ist ein Verfahren  gegen den Spieler. Was der ÖFB macht, ist noch nicht klar.“

Wutzlhofer machte gegenüber Markic auch noch eine klare Ansage: „Das ist eine Vorgehensweise und eine Art, die uns so nicht gefällt und die Konsequenzen haben muss.“ Wie diese Konsequenzen aussehen werden, ist noch nicht klar. Der Verband, Pöttsching und auch Markic warten auf den Ausgang der Untersuchungen vom ÖFB. Falls die Schuld bei Markic liegen sollte, dürfte die Sperre aufgrund der Vorgeschichte heftig sein. Eines ist  klar: Pöttsching muss kurz nach Saisonstart ohne ihren Stürmer Markic auskommen.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.