Prozess um Maradona-Tod: „Wusste, dass er sterben würde und hat nichts unternommen“

Sport

Im Prozess um den Tod des argentinischen Fußball-Idols Diego Maradona hat der Anwalt seines jüngsten Sohnes längere Gefängnisstrafen für die drei Hauptangeklagten als die Staatsanwaltschaft gefordert.

Mario Baudry, der Anwalt des 13-jährigen Diego Fernando, forderte vor dem Gericht in San Isidro nahe Buenos Aires am Dienstag Haftstrafen von 16 Jahren für Maradonas ehemaligen Leibarzt Leopoldo Luque und die medizinische Koordinatorin Nancy Forlini.

Arzt von Maradona „wusste, was passieren würde, hat aber nichts unternommen“

Die Psychiaterin Agustina Cosachov soll nach dem Willen der Nebenklage zu 14 Jahren Haft verurteilt werden. „Luque wusste von Anfang an, was passieren würde“, sagte Baudry in seinem Schlussplädoyer über Maradonas Lebensende. „Er wusste, dass er mit der Behandlung, die man ihm verabreichte, sterben würde, aber er hat nichts unternommen.“

Staatsanwaltschaft fordert längere Gefängnisstrafen

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag in ihrem Schlussplädoyer Gefängnisstrafen zwischen vier und zwölf Jahren für sechs der sieben Mitglieder des medizinischen Teams gefordert. Sie warf dem Behandlungsteam vor, den Kranken durch „chaotisches“ Handeln seinem Schicksal überlassen zu haben. Die Mediziner hätten gegenüber dem damals 60-Jährigen „ihre Pflichten verletzt“ und gegen anerkannte Behandlungsmethoden verstoßen, sagte der Staatsanwalt Patricio Ferrari.

Der frühere Fußballstar war am 25. November 2020 zwei Wochen nach einer Hirn-Operation im Alter von 60 Jahren gestorben. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungenödem.

Siebenköpfiges Team vor Gericht

Seit April steht ein siebenköpfiges Team aus Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern wegen Maradonas Tod vor Gericht. Sie hatten den Fußballstar in einem von ihm angemieteten Haus nach der Operation betreut. Den Angeklagten wird vorgeworfen, wider besseres Wissen grob nachlässig gehandelt zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Auch Maradonas drei Töchter waren immer wieder im Gerichtssaal anwesend.

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Ein erster Prozess um Maradonas Tod war im vergangenen Jahr gescheitert, weil eine Richterin für befangen erklärt wurde. Sie hatte heimlich an der Vorbereitung einer Dokumentarserie über den Fall mitgewirkt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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