
Die Verwirklichung eines Traums ist für Alexander Zverev nur noch einen Augenblick entfernt. Gewinnt er bei den Erste Bank Open in Wien zwei Spiele, dann ist er ab kommender Woche die neue Nummer eins der Welt. Bevor der 29-Jährige am Dienstag in der ersten Runde auf den Spanier Martin Landaluce trifft, nahm sich Zverev Zeit für ein ausführliches Interview mit dem KURIER.
KURIER: Sie haben eine unglaubliche Konstanz in Ihrem Spiel erreicht. Seit 2017 sind Sie Top-10, demnächst Nummer eins der Welt. Wie schaffen Sie es, über einen so langen Zeitraum auf diesem Niveau zu spielen?
Alexander Zverev: Andere haben es sogar noch länger geschafft. Ich versuche, mein Spiel immer zu verbessern und neue Wege zu finden, wie ich meinen Gegnern wehtun kann. Aber klar, ich bin froh, dort zu sein, wo ich momentan bin. 2026 war ein besonderes Jahr für mich.
Was hat der erste Grand-Slam-Titel mit Ihnen gemacht? Bei Dominic Thiem war es ja so, dass er danach ein kleines Loch hatte.
Für mich war es tatsächlich eine Erleichterung. Ich habe sehr lange um diesen ersten Grand-Slam-Titel gekämpft. In Paris sind viele Emotionen einfach herausgekommen, und es kam auch ein bisschen Lockerheit dazu. Ich hatte dann in New York ein ganz anderes Gefühl auf dem Platz. Da war weniger Stress, weniger von diesem Gefühl, nicht schlafen und nicht essen zu können. Ich konnte es wirklich genießen, auf dem Platz zu stehen und vor 24.000 Menschen zu spielen.
Wie schaut es mit Ihrer Fitness aus? Sie haben heuer unglaublich viele Turniere, den Davis Cup und beim Laver Cup gespielt.
Ich fühle mich jetzt gut. In China war ich zuletzt fertig. Ich glaube, das hat man gesehen. Ich war dort tatsächlich am Ende. Ich habe mir aber vier Tage freigenommen. Jetzt habe ich ein bisschen Golf gespielt und war mit meinen Freunden unterwegs. Ich fühle mich wieder okay und bin bereit, die letzten vier Turniere des Jahres zu spielen.
Geht das bei Ihnen so schnell? Sie hatten nach den US Open nur einen Tag frei.
Es war körperlich tatsächlich ein bisschen viel. Ich war müde, aber auch mental erschöpft. Es kommt auch immer darauf an, bei welchem Turnier du bist und wo du dich gerade aufhältst. Wien ist ein Ort, an dem ich sehr, sehr gerne bin. Es gibt andere Turniere, bei denen ich nicht so gerne bin. Dort ist es natürlich immer ein bisschen schwieriger, sich aufzuhalten.
Eine Frage unter Hundebesitzern: Sie haben seit einem Jahr einen Dackel, seit heuer auch einen zweiten. Spielt die Tatsache, dass Sie zu Hause weniger an Tennis denken, weil Sie von den Hunden empfangen werden, eine besondere Rolle in diesem erfolgreichen Jahr?
Ja, tatsächlich ist da ein bisschen Wahrheit dran. Wenn ich nach Hause komme, habe ich auch andere Dinge im Kopf, als an Tennis zu denken. Nummer eins ist meine Tochter. Wenn ich nach Hause komme, ist es ihr völlig egal, ob ich gewonnen oder verloren habe. Aber klar, Hunde bringen auch ein bisschen Ruhe ins Leben. Ihnen ist völlig egal, ob du Tennisspieler bist oder einen anderen Job hast. Du gehst …read more
Source:: Kurier.at – Sport



