
Nach dem Cupsieg hat Didi Kühbauer die Schleusen geöffnet. „Heute wird Feuerwasser getrunken“, kündigte der Trainer an, und die Spieler folgten in Kärnten großteils mit Begeisterung und Ausdauer über den Durst hinaus.
Allerdings: Das war vor einem Jahr, nach dem Pokalsieg mit dem WAC gegen Hartberg. 2026 mahnte Kühbauer hingegen seine LASK-Spieler, es nicht zu übertreiben. Die Feiern nach dem 4:2 der Linzer nach Verlängerung gegen Altach sollten gemäßigter ausfallen.
Jetzt geht es Kühbauer um das Double
Schätzt der Burgenländer die Rapidler heuer stärker ein als 2025? Damals ging es auch nach dem Cupsieg und nach nur zwei freien Tagen gegen die Wiener. Damals, beim Heimdebüt von Interimstrainer Stefan Kulovits, liefen sich die Wolfsberger in Hälfte zwei warm und siegten durch ein Atanga-Tor 1:0.
Wenn auch am Montag ab 20.30 Uhr dem Kühbauer-Team ein 1:0-Erfolg gelingt, würde alles Richtung Double der Linzer laufen. „Es war auch im Finale zu sehen, wie viel Qualitäten der LASK vorne mit Kalajdzic und Adeniran hat“, sagt Rapid-Sportchef Markus Katzer.
Rapid hat noch nicht aufgegeben
Aber die drei Punkte zurückliegenden Rapidler haben den Titel immer noch nicht abgeschrieben, wie Abwehrchef Raux-Yao im KURIER-Interview betont hat. Um vorne dran zu bleiben, wäre der erste Erfolg in der schon wieder drei Jahre jungen Raiffeisen Arena nötig. Bis auf ein 1:1, bei dem der LASK im Sommer 2023 in der Nachspielzeit glücklich ausgeglichen hatte, gab es für Rapid durchwegs deprimierende Heimfahrten auf der Westautobahn.
Der Reihe nach: 1:3 bei der Stadion-Premiere im Frühjahr 2023, 0:5 vor dem Cupfinale 2024, 1:2 noch mit Ex-Trainer Klauß, 1:3 im (zu Hause noch gedrehten) Play-off und im Herbst bereits gegen Kühbauer 0:3. Der letzte Rapid-Auswärtssieg beim LASK datiert vom Jänner 2021 im Corona-Lockdown. Didi Kühbauer war damals in Pasching übrigens beim 2:1-Sieg der Rapid-Trainer.
„Klare LASK-Identität“
Es wird also eine Leistung nötig sein wie im März beim 4:2-Sieg in Hütteldorf, das weiß auch Trainer Johannes Hoff Thorup: „Der LASK hat eine klare Identität und viele Stärken. Aber durch diesen Sieg weiß die Mannschaft, was möglich ist.“
Kapitän Matthias Seidl meint: „Das 4:2 war eine unserer Top-Leistungen – auch nach einem Cupspiel vom LASK über 120 Minuten. Wir wollen das wieder ausnutzen.“
Hoff Thorup analysiert noch das Endspiel und sagt: „Der Titel gibt ihnen einen Boost, aber wir hoffen schon, dass sie am Ende etwas müde werden könnten.“
Wie Rapid die Defensive umstellen muss
Der Däne plant stets mit, wie die Offensivreihe am Ende aussehen könnte. Gegen Salzburg haben die Joker Yusuf Demir und Ercan Kara für das späte 1:0 gesorgt. Diesmal muss der Coach aber auch für die Defensive vorausdenken: Horn war lange krank und Schöller hat 2026 noch nie durchgespielt. Da Cvetkovic fehlt, sind die Alternativen für nötige Wechsel in der Verteidigung überschaubar.
Es bleibt also die Frage: Wer hat beim Hit am Schluss noch den entscheidenden Punch?
Source:: Kurier.at – Sport



