Touristiker blicken trotz Krieg und Krisen verhalten optimistisch auf Sommersaison

Wirtschaft

Urlauber buchen seit Jahren immer kurzfristiger. Exakte Vorhersagen für die kommende Sommersaison sind deshalb schwierig. Was sich sagen lässt: Trotz der Kriege und Krisen bis hin zur neuerlich steigenden Inflation rechnen die heimischen Touristiker mit einem kleinen Plus an Gästen, auch wenn das die aktuellen Zahlen noch nicht wirklich hergeben. „Reiseunsicherheit ist im Moment da. Die Buchungslage derzeit ist generell noch unter dem Vorjahr“, sagte die Tourismus-Bundesspartenobfrau in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler, am Mittwoch mit Blick auf den Sommer.

Präsentiert wurde bei dieser Gelegenheit die „Sommerpotenzialanalyse“ 2026, die die großen Reisetrends ausleuchtet. Für diese Analyse wurden 10.000 Personen in verschiedenen europäischen Ländern befragt, die zusammen für 81 Prozent aller Ankünfte in Österreich im Sommer 2025 stehen.

Ein zentrales Ergebnis: Trotz aller Unsicherheiten und wirtschaftlich schwierigen Zeiten halten die Österreicher und ihre europäischen Nachbarn an ihren  Urlaubsplänen fest.
13 Millionen Reisende haben Österreich bereits fix eingeplant – weitere 11 Millionen sind noch als Potenzial erreichbar. Die in Summe 24 Millionen an möglichen Gästen wären im Vorjahresvergleich ein Plus von rund zwei Millionen Ankünften aus den zehn befragten Märkten. Erfreulich ist: Deutschland, der mit Abstand wichtigste Herkunftsmarkt, zeigt steigende Buchungsraten und wachsendes Interesse. Auch aus der Schweiz, Großbritannien, Italien oder Polen dürften heuer mehr Reisende kommen als noch 2025. „Österreich behauptet sich stabil unter den europäischen Märkten“, sagt ÖW-Geschäftsführerin Astrid Steharnig Staudinger.

Skepsis angebracht

Die Tourismusbetriebe gehen angesichts der noch verhaltenen Buchungslage mit gemischten Gefühlen in die Sommersaison. 38 Prozent der Befragten seien positiv, 37 Prozent weder-noch, also abwartend, und 25 Prozent negativ. Unter dem Strich werde aber „eher mit einer erfolgreichen Sommersaison gerechnet“, interpretiert Kraus-Winkler die Daten.

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Das Problem ist die schwindende Ertragslage. „Wir haben kein strukturelles Problem beim Angebot und der Nachfrage, aber bei der Profitabilität“, sagt Kraus-Winkler und verweist auf  steigenden Lebensmittel-, Personal- und Energiekosten, die „nicht eins zu eins an die Gäste weitergegeben werden können“. „Volle Häuser und niedrige Erträge sind in Österreich leider Realität geworden.“

Etwas enttäuschend läuft auch das Geschäft mit dem ESC. Es gibt deutlich weniger Buchungen in Wien als erhofft. Dafür verweisen die Touristiker auf den  Langfrist-Werbeeffekt. „Viele buchen Ferienwohnungen oder gehen in günstigere Unterkünfte – wir haben sicher noch Luft nach oben, aber wir sind nicht enttäuscht, wir sehen nicht nur das Momentum dieser Woche, sondern das Event als Nachfrage-Booster“, sagt Steharnig-Staudinger. „Es geht nicht um das singuläre Ereignis, sondern dass wir die Strahlkraft für zukünftige Buchungen nutzen“, sagt Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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