Happel & Nocker: Wenn die Mutter auch beruflich Regie führt

Kultur

Ein vergnügtes Gespräch mit den beiden erfolgreichen Schauspielerinnen.

KURIER: Von welchen Proben kommen Sie beide gerade?

Maria Happel: Ich bin in den Endproben von St. Falstaff am Burgtheater, eine österreichische Erstaufführung, die sich an Heinrich IV. von Shakespeare orientiert.

Das Tattoo gehört dazu?

Happel: Richtig, das trage ich als Frau Flott. Paula Nocker: Ich probe für „Mythen des Alltags“, eine Koproduktion von Volkstheater und Wiener Festwochen.

Also eher etwas Wildes?

Nocker: Schau ma mal, ich bin sehr gespannt.

Feiern Sie daheim Muttertag?

Happel: Ich weiß nicht, ob die Kinder was gebastelt haben. (lacht)

Nocker: Vielleicht backe ich was, ich habe gerade eine Backphase.

Happel: Wir sind sehr eng miteinander und sogar Nachbarinnen: Beide Töchter haben auf derselben Etage eine kleine Wohnung. Es ist nur etwas ungerecht: Die jungen Damen haben einen Schlüssel zur Eltern-Wohnung, umgekehrt aber nicht.

Nocker: Also alles richtig gemacht! (grinst)

Sie sind schon mit acht auf der Bühne gestanden – u. a. unter der Regie Ihrer Mutter. Wie war das?

Nocker: Mit mir war sie besonders ungeduldig.

Happel: In Reichenau bei „Der Weg ins Freie“ haben 2010 sogar beide Töchter mitgespielt. Die Intendanz hat damals zu mir gesagt: Damit ersparst du dir das Kindermädchen.

Nocker: Als Gage gabs ein Eis.

Sind Sie Regie-Despotin?

Happel: Das müssen andere beurteilen. Ich habe mich immer als Spielleiterin bezeichnet, weil ich sehr am Ensemblegedanken hänge. Es ist wie beim Monopoly: Einer hat die Bank und gibt die Spielregeln vor. Im Normalfall – weil meistens spiele ich ja auch mit – betrachte ich es als Verabredung, auch wenn ich sehr genau bin.

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Sind Sie eine laute Familie?

Happel: Wenn man mal nicht einer Meinung ist – und das passiert in gesunden Familien halt – gibt’s ein Gewitter, dann scheint aber auch wieder die Sonne.

Ihr Mann hat sich vorbildlich um die Töchter gekümmert.

Happel: Nicht ausschließlich, er war ja auch auf der Bühne.

Nocker: Meistens war die Frau Kathi da.

Happel: Ja, wir hatten das Glück, elf Jahre lang eine Kinderfrau zu haben, die sogar bei uns wohnte: eine pensionierte Opernsängerin.

Können Sie deshalb singen?

Nocker: Ich habe immer schon gesungen, und sie hat das dann bewertet wie bei einer Castingshow.

Einer der Opas war ja auch Opernsänger und jetzt wechseln Sie sogar an die Volksoper. Es ist Ihnen quasi in die Wiege gelegt.

Nocker: Ich hoffe, und es macht sehr viel Spaß.

Gab es bei Ihnen überhaupt eine andere Option als Schauspiel?

Nocker: Würde ich etwas anderes können, würde ich es tun. Ich überlege ein Psychologiestudium. Mein Pädagogikstudium wurde ja durch das Engagement an der Josefstadt unterbrochen.

Sie beide sind beim Erstantritt im Reinhardt-Seminar durchgefallen, sind jetzt Stars. Stimmt am Aufnahmesystem etwas nicht?

Happel: Viele Kolleginnen und Kollegen sagen: „Wenn du nicht mindestens einmal durchgefallen bist, kann aus dir gar nichts werden.“ Natürlich ist es ein Roulettespiel: Es kommen zwischen 600 und 800 für maximal 12 bis 15 Plätze. Mittlerweile sind aber auch die Ensembles kleiner. Als ich am Burgtheater begonnen habe, waren samt der Gastschauspieler an die 200 Leute im darstellenden Bereich, jetzt sind wir nur noch um die 70.

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Wie merkt man sich eigentlich so wahnsinnig viel Text – überhaupt wenn man in mehreren Stücken spielt?

Nocker: Durch stupides Wiederholen.

Happel: Es ist …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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