Klang-Tsunami: Nelsons und die Philharmoniker mit der „Achten“

Kultur

Das Attribut „Symphonie der Tausend“ von Gustav Mahlers „Achter“ würde man heute PR-Maßnahme nennen. 1.030 waren an der Uraufführung 1910 in München beteiligt. Andris Nelsons und die Wiener Philharmoniker, die damit ihren Mahler-Zyklus im Konzerthaus finalisierten, kamen mit 371 Beteiligten aus. Die Klanggewalt, die sie mit drei Wiener Chören – Singverein, Singakademie, Sängerknaben – entfesselten, würde diese Bezeichnung verdienen.

Mahler selbst verglich seine „Achte“ mit dem Klang des Universums, nicht mehr menschliche Stimmen seien da zu hören, sondern Planeten und Sonnen, was Nelsons mit seiner Interpretation deutlich vermittelte. Die ausgewogen, präzise intonierenden Chöre überwältigten. Wie auf Feuerzungen drang das „Veni, creator spiritus“ des Pfingsthymnus durch den Saal. Im zweiten Teil, dem Schluss von Goethes „Faust II“, faszinierten die Chöre mit atemberaubendem Stakkato-Gesang. Nelsons setzte auf große Emotionen, und das ist es, was dieses Werk braucht. Er formte jede Passage mit Passion, generierte subtil ein mitreißendes Klangtheater.

Konzertmeister Volkhard Steude intonierte die Solo-Passagen fulminant. Brillanz dominierte auch im Solisten-Ensemble. Jacqueline Wagner ließ ihren prächtigen Sopran sinnlich strömen. Ying Fang betörte von ganz oben neben zusätzlichen Bläsern, Sarah Wegener (Sopran), Tamara Mumford und Beth Tayler (beide Alt), Benjamin Bruns, (Tenor) Michael Nagy (Bariton) und Tarq Nazmi (Bass) intonierten furios. Ovationen!

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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