
Beim Hamburger SV war Klaus-Michael Kühne weit mehr als ein wohlhabender Fan. Über Jahre unterstützte er den Traditionsklub mit Millionen, finanzierte Transfers und beteiligte sich an der ausgegliederten Profiabteilung. Nun ist der langjährige HSV-Mäzen im Alter von 89 Jahren gestorben.
Kühne starb in der Nacht auf Montag an seinem Wohnort Schindellegi in der Schweiz. Das bestätigte der internationale Logistikkonzern Kühne+Nagel, den sein Großvater 1890 mitgegründet hatte und dessen Mehrheitsaktionär Kühne war.
„Mit dem Tod von Klaus-Michael haben wir einen Visionär, einen großartigen Unternehmer und eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren“, erklärte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats von Kühne+Nagel.
Rund 100 Millionen für den HSV
Insgesamt soll Kühne dem Hamburger SV rund 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben. Seine Unterstützung floss unter anderem in Spielertransfers und Anteile an der HSV Fußball AG. Noch 2025 sicherte seine Holding erneut die Namensrechte am Volksparkstadion.
Kühnes Großvater August hatte das Logistikunternehmen 1890 gemeinsam mit Friedrich Nagel gegründet. Klaus-Michael Kühne stieg 1958 in den Familienbetrieb ein und übernahm bereits mit 29 Jahren dessen Führung. Unter ihm entwickelte sich Kühne+Nagel zu einem der größten Logistikkonzerne der Welt.
Größter Lufthansa-Aktionär
Auch für Österreich war Kühne von wirtschaftlicher Bedeutung. Über seine Holding hielt er zuletzt 20 Prozent am AUA-Mutterkonzern Lufthansa und war damit dessen größter Einzelaktionär. Erst im Mai hatte er seine Beteiligung an der Fluggesellschaft noch einmal deutlich erhöht.
Daneben kontrollierte Kühnes Holding 53 Prozent an Kühne+Nagel und rund 30 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd. Weitere Beteiligungen bestanden unter anderem am Chemikalienhändler Brenntag und am Mobilitätsunternehmen Flix. Sein Vermögen wurde auf bis zu 36 Milliarden Euro geschätzt.
Kühne hinterlässt seine Ehefrau Christine. Das Paar hatte keine Kinder. Einen großen Teil seines Vermögens hatte der Unternehmer bereits zu Lebzeiten in die gemeinnützige Kühne-Stiftung eingebracht. Sie fördert Projekte in den Bereichen Logistik, Klima, Medizin und Kultur.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



