Rapid vs. Sturm mit 5 statt 13 TV-Kameras: Was die Bundesliga sagt

Sport

Fünf Kameras – so viele waren am Sonntag beim Klassiker zwischen Rapid und Sturm im Einsatz. Vier Mal hat es das Duell der beiden Klubs in der vergangenen Saison gegeben. Die Anzahl der TV-Kameras? Drei Mal 13 und einmal elf. Wie ist das möglich?

Dieses Downgrade hat seinen Ursprung bei den neuen TV- und Produktionsverträgen. Zur Erinnerung: Sky hat als TV-Partner bisher seine bewegten Bilder selbst produziert. Mit Beginn der neuen Saison hat die Bundesliga jedoch eine andere Firma mit der Produktion beauftragt. „Uppercut Broadcast“, ein junges österreichisches Unternehmen, filmt und schneidet jetzt für die Liga und schickt die Bilder an Sky – der Pay-TV-Sender strahlt sie aus.

Und natürlich ist die Anzahl der Kameras vertraglich festgeschrieben. Fünf Stück sollen das sogenannte Basissignal bei fünf von sechs Spielen pro Runde abbilden, beim Topspiel sind es zehn. Das war am Sonntag die Partie Salzburg vs. Austria.

Das ist das, was die Liga bei Uppercut bestellt hat. Fünf Kameras war auch Mindeststandard in den vergangenen Jahren, als Sky noch selbst produziert hat. Der Unterschied: Sky hat freiwillig mehr geliefert, um sein Produkt zu verbessern.

Acht bis 19 Kameras

In Zahlen heißt das: Der Sky-Standard lag in der vorigen Saison bei acht Kameras. Bei Spitzenspielen rückte der Sender regelmäßig mit 13 oder 14 Kameras aus. Bei einer Partie gab es sogar 19 TV-Kameras.

Anders ausgedrückt: Die Bundesliga hat also ein Seiterl bestellt und ein Krügel (und manchmal auch zwei) bekommen. Der Wirt war kulant. Trotzdem hat sich die Bundesliga nun für einen anderen entschieden. Und der serviert das bestellte Seiterl. Nun dürstet auch der zahlende Fußballfan.

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Was sagt der Liga-Chef?

Allerdings: Die Bundesliga stellt die Sache anders dar. Ende Juli wurde Liga-Chef Christian Ebenbauer von der Tageszeitung Der Standard auf die möglicherweise verringerte Zahl an Kameras in der neuen Saison angesprochen. Die Antwort des Vorstandsvorsitzenden: „Das ist einfach falsch.“ Ist es nicht.

Die Qualität und die Standards der Ausschreibung seien „genau gleich“ wie zuvor, fuhr Ebenbauer fort und sagte damit nicht die Unwahrheit. Aber eben auch nicht die ganze Wahrheit. Denn was in der Ausschreibung stand und was letztlich geliefert wurde, waren in der Vergangenheit zwei verschiedene Paar Schuhe. Dass Sky trotz vereinbarter Mindestanforderung mit zum Teil deutlich mehr Kameras übertragen hat, als in der neuen Saison zum Einsatz kommen, erwähnte Ebenbauer in diesem Interview nicht.

Der KURIER wollte von der Bundesliga unter anderem wissen, ob man die Klubs vor Beginn der neuen Saison auch über die verminderte Anzahl an Kameras informiert hat. Eine schriftliche Anfrage blieb aber unbeantwortet.

Fakt ist: Mit der massiven Reduktion an TV-Kameras entfernt man sich in Österreich weiter von internationalen Entwicklungen. Und da muss man zum Vergleich nicht nach Liverpool, München oder Barcelona schauen. In Polen etwa werden Spitzenspiele wie zuletzt Korona Kielce vs. Legia Warschau mit 25 Kameras übertragen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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