
Die Ski-Weltelite flüchtet zum Training in den schneereichen südamerikanischen Winter. In Europa indes rinnt das vermeintlich ewige Eis davon. Sölden steht vor der Riesenherausforderung, Riesentorläufe über die Gletscherbühne zu bringen. Denn kaum 50 Tage trennen dort vom Beginn der Rennsaison, vor der es viel Neues und Rätsel gibt. Am Beispiel …
… Marcel Hirscher
Der achtfache Gesamtweltcupsieger will kurzfristig entscheiden, ob er (wie nun auch der leicht verletzt gewesene fünffache Schweizer Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt) noch in Südamerika oder in einer europäischen Skihalle trainiert. Offen bleibt auch die Frage nach dem Zeitpunkt seines Comebacks. Feststeht, dass es Marcel Hirscher – als carvender Holländer – dazu kommen lässt. Und dass er aussieht, als würde er im Kraftkammerl übernachten. So muskelbepackt wie jetzt war Marko Arnautovic’ 89er-Jahrgangskollege noch nie.
… FIS-Präsidentenspiel
So sehr es Österreichs Skiverband begrüßte, dass der Trick des bisherigen Skiwelt-Präsidenten und schwedisch-britischen Head-Besitzers Johan Eliasch, sich per georgischem Pass seine Wiederwahl (mit Oststimmen) zu sichern, nicht aufgegangen war, so sehr irritiert jetzt dessen Nachfolger Alexander Ospelt. Weil nur wenige Wochen nach dem 65:64-Wahlsieg des Lichtensteiner Anwalts in dessen Beisein von einem FIS-Gremium Unerwartetes beschlossen wurde, was man im ÖSV-Hauptquartier so nicht nachvollziehen kann.
… WM-Inflation
Künftig ist (mit Ausnahme einer Olympia-Saison) jedes Jahr eine WM vorgesehen. Womit der Weltcup entwertet und zudem die Läufer-Kritik ignoriert wird, wonach schon bisher wegen zu vieler Rennen die Belastung für die Alpinathleten grenzwertig gefährlich war. Beharrt die FIS auf die Renninflation, dann wäre auch eine Sommer-WM naheliegend. Wie sie vor 60 Jahren (zum ersten und bis heute einzigen Mal) in den chilenischen Anden in Chile stattfand. Wo derzeit bis zu vier Meter Schnee liegen und sich die ÖSV-Speedspezialisten ans hohe Tempo gewöhnen.
… Russen-Roulette
Konträr zum bedrohlicher werdenden Ton zwischen EU und Kreml wird das 2022 verhängte Teilnahmeverbot über russische Rennläufer aufgehoben, sofern diese unter neutraler Flagge starten. Was (der skiinteressierte) Kriegstreiber Wladimir Putin genüsslich als Indiz für den Slalomkurs des uneinigen Westens interpretieren wird, zumal russische Tennisstars ohnehin nie vom internationalen Sportgeschehen ausgeschlossen waren.
Source:: Kurier.at – Sport



