Wie Revolut, N26 und Co. Österreichs Banken angreifen

Wirtschaft

Die sozialen Medien sind längst zur Werbefläche der neuen Banken geworden. Brad Pitt wirbt für Trade Republic, Revolut setzt unter anderem auf den norwegischen Fußballstar Erling Haaland. Neobanken behaupten sich mehr und mehr auf dem österreichischen Markt. Der ist aber kein einfacher für sie.

Keine unbedeutende Konkurrenz

Oma, Opa, Mama, Papa und die Kinder – alle bei derselben Bank. Österreichische Banken haben Tradition, auch innerhalb der Familie. 43 Prozent der „Gen Z“ wählen ihre Bank aufgrund ihrer Familie, wie sich in einer Umfrage vom Bankenverband gemeinsam mit der Boston Consulting Group und der Bank Austria von 2025 zeigt. Gleichzeitig hat bereits mehr als jeder fünfte junge Österreicher (21 Prozent) zumindest ein Konto bei einer Neobank.

Revolut hat in Österreich mittlerweile 500.000 Kunden, rund die Hälfte nutzt das Angebot monatlich. In fünf Jahren soll die Zahl auf 1 Million steigen, sagt Wiktor Stopa, Revoluts Westeuropa-Manager. Für Österreichs Traditionsbanken sind Neobanken damit längst keine unbedeutenden Player mehr.

Mehr als nur ein Konto

„Wenn eine Bank nicht am Puls der Zeit bleibt, ist die Bereitschaft zu wechseln höher als in der Vergangenheit“, sagt Stefan Punkl vom Bankenverband. Wer bei Neobanken ein Konto eröffnen möchte, braucht dafür nur ein paar Klicks. Schnelle Kontoeröffnung, günstige Konditionen, Wertpapierhandel per App und Zusatzangebote wie Tinder oder Duolingo machen Neobanken attraktiv.

Auch bei den Zinsen werben Neobanken mit attraktiven Angeboten: Trade Republic bietet aktuell 3 Prozent auf Tagesgeld. Klassische Banken punkten dafür eher mit langfristigen Sparprodukten.

Auch beim Reisen zeigen sich die Preisvorteile: Während man bei einer Zahlung von zum Beispiel 100 US-Dollar bei einer etablierten Bank zwischen 1,50 und 2 Euro zahlt, liegt die Gebühr bei Revolut bei 0 Prozent. Bei Bargeldbehebungen im Ausland ist der Unterschied ebenso deutlich: Bei der Abhebung von 100 USD würden bei der klassischen Bank Kosten in Höhe von 3,20 Euro anfallen (mit Kreditkarte noch höher), bei der Neobank fallen erst ab 200 USD 2 Prozent an. Wichtig: Es gelten verschiedene Limits.

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Für die heimischen Banken ein belebender Impuls: „Die etablierten Banken mussten sich überlegen, wie sie neben Oma und Opa auch die “Enkelkinder„ abholen können“, so Punkl. „Wie verbessere ich meine App oder soll ich Kryptowährungen anbieten?“, waren Fragen, die sich die Traditionsbanken laut Punkl stellen mussten. „Ein Thema sind die stark gehypten ETF-Sparpläne, dahin gehend haben wir unser Angebot erweitert und bieten nun auch ETF-Sparpläne an“, antwortet die Oberbank auf KURIER-Anfrage.

Zweitbank statt Hausbank

Noch werden Neobanken in Österreich allerdings eher als Zeit- oder Zweitbank genutzt. 83 Prozent der Gen Z haben ihr Hauptkonto weiterhin bei einer großen Universalbank, geht aus der Umfrage heraus. Auch die Oberbank beobachtet bei jungen Kunden eine Mehrbankenstrategie: Das Girokonto bleibt bei der Hausbank, erste Wertpapiergeschäfte werden häufig bei Online-Anbietern gemacht.

Bei Revolut nutzen viele Kunden die App zunächst etwa für Reisen. Gleichzeitig soll die Nutzung immer stärker in den Alltag wandern. In anderen Märkten hat sich laut Revolut gezeigt, dass Kunden eher von der Zweitbank zur Hauptbank wechseln, wenn ein lokaler IBAN angeboten wird. Wann dieser in Österreich kommt, ist noch offen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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