Ehrenamt: Was die Österreicher motiviert, anderen zu helfen

Wirtschaft

Rund 48 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren engagieren sich laut Statistik Austria ehrenamtlich. Ihr Einsatz stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Was motiviert sie? Der KURIER hat nachgefragt.

„Das ist meine Art, Danke zu sagen“

Fredi Flammer bezeichnet sich selbst als Vernetzer und Möglichmacher. Als der ehemalige Manager an Krebs erkrankte, stand nicht nur seine Welt Kopf. Seine damals elfjährige Tochter hatte es schwer, mit seiner Krankheit umzugehen. Unterstützung fand sie am Therapiehof Regenbogental. Dort begleiten Therapeuten und Pädagogen Kinder und deren Familien in Zeiten von Krankheit, Tod und Trauer – und das mit Hilfe von tierischen Co-Therapeuten wie Pferden, Ziegen, Lamas und Kaninchen.

„Ich war und bin noch immer zutiefst berührt von der Energie und der Kraft des Regenbogentals und der dort helfenden Menschen. Und weil ich etwas zurückgeben will, engagiere ich mich für den Therapiehof ehrenamtlich“, sagt der 60-Jährige. Etwa ein bis zwei Tage pro Woche sowie projektbezogen unterstützt Flammer den Hof in Marketing-Angelegenheiten. „Ich bin gut im Netzwerken und versuche, für das Regenbogental neue Spender zu gewinnen. Denn der Hof braucht jedes Monat alleine 40.000 Euro für die Fixkosten.“

Ab und an vertritt er die Vereinsleitenden bei Spendenübergaben und im Winter steht er mit seinen Pfadfinderkollegen am Punschstand und schenkt aus. Warum Flammer das alles tut, fasst er so zusammen: „Das Leben hat mir so vieles geschenkt und ich freue mich, dass es mir heute gut geht. Das ist meine Art, Danke zu sagen.“

„Wir können uns doch nicht zurücklehnen“

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Wenn es eines ist, das Carina Kerschbaumer nicht will, dann tatenlos zusehen. Als angestellte Journalistin hat sie über die Defizite des heimischen Schulsystems geschrieben. Heute ist Kerschbaumer freischaffend und engagiert sich in einer Volksschule als Lesepatin.

Einmal die Woche erarbeitet sie Texte mit Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. „Es geht um das Erklären von Worten und das Sprechen der deutschen Sprache. Darum sehe ich mich auch mehr als Deutsch-Coach.“ Laut dem Verein „Wir für Österreich – Lesepatinnen und Lesepaten für das Land“, bei dem Kerschbaumer auch Obfrau ist, sind in Österreich knapp 50.000 Kinder als außerordentliche Schüler eingestuft, da sie dem Unterricht nicht folgen können.

Kerschbaumer: „Angesichts der toxischen Folgen für Gesellschaft und Demokratie können wir uns doch nicht zurücklehnen, wenn die Zahl der Bildungsabbrecher, frustrierter Abgehängter und damit leicht manipulierbarer Menschen weiter wächst.“ Sich ehrenamtlich einzusetzen, sieht sie als Pflicht; die Überzeugung treibt sie an: „Diese Kinder brauchen uns sehr. Wie sehr sie uns brauchen und wie chancenlos sie aktuell sind, hat ein Volksschuldirektor auf den Punkt gebracht. Er bräuchte, sagt er, im Grunde für jede Schulbank eine Lehrkraft, damit die Kinder bis zur vierten Klasse die nötige Sprachkompetenz bekommen.“

„Ich möchte etwas Sinnvolles tun“

Frau Walek-Doby wartet vor ihrem Haus. Sie weiß, gleich kommt jemand. Kein Taxi, keine Uniform – sondern ein vertrautes Gesicht. In dem Fall: Rupert Gruber. Gemeinsam fahren sie zum Arzt. Auf dem Weg wird geredet. Über den Alltag, über früher, über das, was gerade wichtig ist. Der ehemalige Marktleiter eines Baumarktes arbeitet nun ehrenamtlich für den Verein „NachbarschaftsKultur“. Gruber: „Ich war immer schon sehr umtriebig und muss darum auch in …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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