Musikverein: Umjubeltes Eröffnungskonzert der Wiener Philharmoniker

Kultur

Kritik. Was gleich von Beginn an auffiel und den ganzen Abend über anhielt, war die Ausreizung der Kontraste von Dynamik und Emotionen. Dafür sorgten beim Eröffnungskonzert der neuen Saison des Wiener Musikvereins im Goldenen Saal die Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev, der ja bekanntlich am Pult des kommenden Neujahrskonzerts stehen wird, und ließen das Publikum immer wieder jubeln.

Und so wurde Ludwig van Beethovens „3. Leonoren-Ouvertüre“ nuancenreich, mit vorwärtsdrängendem Animo, nur manchmal etwas zu wuchtig musiziert.

Wolfgang Amadeus Mozarts „kleine“ g-Moll Symphonie KV 183, im Gegensatz zur späteren, populäreren KV 550, mit nur 17 Jahren komponiert, wo er die unterschiedlichsten Ebenen der Musiksprache bereits zu einer meisterlichen Einheit fügte, erklang mit einer Fülle von Ausdrucksformen, auch mit oft schroffen Kontrasten.

Zuerst gleich mächtig beeindruckte dann das tiefe Blech, worauf kraftvoll die Streicher einsetzten, um wuchtig, fast motorisch aggressiv und mitreißend „Montagues und Capulets“, auch unter dem Titel „Tanz der Ritter“ bekannt und vielfach von der Werbung missbraucht, zu spielen.

Der bestens disponierte Klangkörper unter dem stets anregenden Dirigenten wusste aber auch bei den anderen, von ihm abwechslungsreich ausgewählten neun Teilen aus den Suiten von Sergej Prokofjews beliebtem Ballett „Romeo und Julia“, die auch schon bei den heurigen Salzburger Festspielen zu erleben waren, seine Vorzüge auszuspielen: So erklangen vom unsterblichen Veroneser Liebespaar etwa mehrere Tänze, beim Abschied das berührende Liebesthema, unerträglich schneidend die Streicher an Julias Grab und extrem schnell Tybalts Tod. All dies wurde mitreißend mit Farben-, Facetten- und Melodienreichtum musiziert. Großer Jubel für einen gelungenen Start der neuen Saison, die vom Intendanten Stephan Pauly anfänglich eröffnet wurde.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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