
Ab 2028 gilt in Österreich ein neues Modell zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Nationalrat hat das Paket am Donnerstag beschlossen. Was dieses bringen soll, haben Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP), SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch, Neos-Kapitalmarktsprecher Christoph Pramhofer und Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, am Donnerstag in einer Pressekonferenz präsentiert.
Vorab: Derzeit gibt es in Österreich zwei Formen der betrieblichen Vorsorge. Die Abfertigung Neu, die bei 1,53 Prozent des Bruttogehalts liegt und vom Dienstgeber in eine Vorsorgekasse einbezahlt wird, erhalten alle Arbeitnehmer. Zugang zu einer Pensionskasse haben nur 25 Prozent der Beschäftigten. Was sich ändert: Ab 2028 sollen alle Dienstnehmer ihre Abfertigung Neu freiwillig in eine Pensionskasse übertragen können.
Unterschiede zwischen den Modellen
Wo liegen die groben Unterschiede zwischen den Modellen? Im Rahmen der Abfertigung Neu gilt eine Kapitalgarantie, die einbezahlte Summe kann bei einem Jobwechsel entnommen werden. Das heißt aber auch, dass die Vorsorgekassen nur sehr vorsichtig veranlagen, da sie das Geld jederzeit zur Verfügung haben müssen.
Im neuen Modell, das eine Chance auf höhere Renditen bieten soll, entfällt die Kapitalgarantie. Das Geld kann grundsätzlich erst mit Pensionsantritt entnommen werden. Ob man sich dann die gesamte Summe auf einmal oder laufend als Pension ausbezahlen lässt, kann man selbst entscheiden.
Drei Härtefälle erlauben auch im neuen Modell eine vorzeitige Auszahlung: mindestens zwei Jahre Langzeitarbeitslosigkeit, Ablauf des Krankengeldanspruchs oder Pflegegeld ab Stufe 3.
„Freiwillige Zusatzpension für alle“
Zakostelsky hält das Paket für die „größte Pensionsreform“ der letzten Jahre in Österreich. Ab 2028 hätten alle Menschen in Österreich Zugang zu einer Pensionskasse und damit „die Chance auf wesentlich höhere Beträge“. Zusätzlich zur Abfertigung Neu können Personen im neuen Modell auch weitere Beträge in die Pensionskasse einzahlen – die mit Pensionsantritt steuerfrei entnommen werden können. Finanzstaatssekretärin Eibinger-Miedl ortet ebenso eine nachhaltige Reform: „Wir ermöglichen eine freiwillige Zusatzpension für alle Österreicherinnen und Österreicher.“
Neos-Mandatar Pramhofer meint, dass Geld aus der Abfertigung Neu bisher nicht optimal veranlagt worden, die Renditen seien bisher nur minimal über der Inflationsrate gelegen. Mit dem neuen Vorsorgemodell durchbreche man diesen „Teufelskreis“. Er bringt ein Rechenbeispiel: Wenn eine 20-Jährige, die 2.600 brutto pro Monat verdiene, 45 Jahre vorsorge, würde sie bei Pensionsantritt mit der Abfertigung Neu rund 60.000 erhalten. Würde das Geld in einer Pensionskasse mit durchschnittlicher Performance veranlagt, liege der Betrag bei 95.000 Euro.
Muchitsch betont insbesondere, dass es sich beim neuen um ein freiwilliges Modell handle.
Source:: Kurier.at – Politik



