Ausschreibung noch heute: So sucht der ÖFB den neuen Sportdirektor

Sport

Dublin, wenige Stunden vor dem Nations-League-Spiel gegen Irland. Österreichs Nationalteam bereitet sich auf den Abend vor, Josef Pröll spricht über die Zukunft des Verbands. Der Aufsichtsratsvorsitzende des ÖFB hat bewusst diesen Tag gewählt, um die Suche nach einem neuen Sportdirektor offiziell zu starten. „Ich halte es für richtig und wichtig, hier neue Wege zu gehen und die auch transparent und öffentlich zu präsentieren“, sagt Pröll.

Neu ist vor allem das Verfahren. Der ÖFB holt sich mit EY (Ernst & Young) einen externen Personalberater. Die Stelle wird noch am Donnerstag öffentlich ausgeschrieben, Bewerbungen sind bis 23. Oktober möglich. Parallel dazu sollen zehn bis 15 Kandidaten aktiv angesprochen werden, national wie international.

Alle müssen durchs Verfahren

Auch Teamchef Ralf Rangnick kann Namen einbringen. Alle müssen sich demselben Bewerbungsverfahren stellen, mit standardisierten Gesprächen und eigenen Konzepten. „Ich war etwas überrascht, als ich gehört habe, dass früher Menschen in Positionen kamen, die gesagt haben: Wir fangen jetzt einmal an, dann werden wir sehen“, sagt Pröll. „Das geht nicht.“

Gesucht wird laut Pröll ein „Architekt für die sportliche Zukunft“ – jemand, der gestaltet statt verwaltet. Die künftige Sportdirektion soll die Gesamtverantwortung vom Breiten- bis zum Spitzensport tragen, inklusive Nationalteams, Talenteförderung und Trainerausbildung. Management, Kommunikation und Entscheidungsfreude sollen dabei stärker zählen als bisher. Die sportliche Kompetenz bleibe aber „ein zentraler Kernpunkt“.

Trainerlizenz nicht verpflichtend

Bemerkenswert ist, was im Profil nicht verpflichtend steht. Die UEFA-Pro-Lizenz und andere Trainerlizenzen seien „sicher als Asset von Vorteil“, sagt Pröll, „aber kein unmittelbares Muss mehr“. Auch Deutschkenntnisse fallen in diese Kategorie. Der Grund: Man wolle den Kreis nicht schon im Vorhinein verengen. Ein Ausschlusskriterium ist die Lizenz also nicht – ein klarer Vorteil im Rennen aber sehr wohl.

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Rangnick hatte erst am Mittwoch gemeint, der ÖFB suche die „eierlegende Wollmilchsau“. Pröll gibt ihm bei der Breite des Profils recht, widerspricht aber in der Sache. Eine Ausschreibung, die auf ein oder zwei Köpfe zugeschnitten sei, „weil irgendwer sich das wünscht“, wolle er gerade vermeiden. Netzwerke sollen künftig kein Kriterium mehr für Personalentscheidungen sein.

Shortlist im November

Der Zeitplan ist ambitioniert. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist folgen Screening und Gespräche, im November soll eine Shortlist stehen. Diese Kandidaten werden zu Hearings eingeladen, vor einem fünfköpfigen Gremium aus Pröll, seinen beiden Stellvertretern im Aufsichtsrat, und den Geschäftsführern Bernhard Neuhold und Thomas Hollerer. Die endgültige Entscheidung trifft der Aufsichtsrat, noch heuer. So kann der oder die Neue die Sportstrategie 2027 bereits mitgestalten.

Beim Gehalt dient Schöttels Vertrag als Richtwert. KURIER-Informationen zufolge hat der Wiener in etwa 200.000 Euro brutto pro Jahr verdient. Laut Pröll gebe es aber „etwas Spielraum für sehr interessante Persönlichkeiten“. An der Stellung im Verband ändert sich nichts. Der Sportdirektor wird dort angesiedelt, wo es die Statuten vorsehen, und nicht über dem Teamchef.

Pröll ruft ausdrücklich auch ÖFB-Mitarbeiter auf, sich zu bewerben. Sich einmal so messen zu lassen, sei wichtig für die eigene Entwicklung. Dass am Ende ein klassisches Bewerbungsverfahren steht, wie es in der Wirtschaft üblich ist, stört ihn nicht. Im Gegenteil. Oft finde man so Menschen, „von denen wir gar nicht geglaubt hätten, dass sie in der Arena sind“.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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