Erstmals Schuldaten: Fortschritt mit Lücken

Politik

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) beginnt ein Wahlkampfversprechen einzulösen: Sein Ressort hat am Donnerstag begonnen, Schuldaten zu veröffentlichen, um Eltern eine transparente Entscheidungsgrundlage anzubieten und die Qualität aller Schulen anzuheben. Zu finden sind die Daten unter: bildungskompass.gv.at

Im Bildungssystem werden seit Ewigkeiten Bildungsdaten akkumuliert, die bisher nie veröffentlicht wurden, sondern bestenfalls intern von den Bildungsdirektionen zur Überprüfung und Verbesserung der Qualität einzelner Schulstandorte herangezogen wurden.

Nun kommt „ein neuer Blick auf Österreichs Schulen“, wie Wiederkehr am Donnerstag sagte: „transparent, verständlich und fair“. Aber was genau ist seit Donnerstag möglich – und welcher Zweck wird hier eigentlich verfolgt?

KURIER hat die Daten für Sie aufbereitet und zugänglich gemacht. Nutzen Sie die Filteroptionen und suchen Sie nach Volksschulen in ganz Österreich.

Welche Schuldaten werden veröffentlicht?

Zunächst werden nur für alle Volksschulen die Daten der vergangenen drei Messungen der „individuellen Kompetenzmessung PLUS“ (iKM PLUS) transparent gemacht. Diese wird jährlich in der 3. und 4. Schulstufe durchgeführt. Die Veröffentlichung geschieht jedoch mit vielen Einschränkungen: Angegeben wird nur, ob ein Schulstandort im Vergleich mit Schulen ähnlicher Schülerpopulation im oberen, mittleren oder unteren Drittel rangiert.

Warum nur Schulen mit ähnlicher Population?

Das Ministerium hat für jeden Schulstandort erheben lassen, in welchem „sozioökonomischen Umfeld“ die Schule arbeitet. Das umfasst vor allem den Status der Eltern: höchste Ausbildung, Einkommen und Umgangssprache zu Hause. Nach diesen Daten werden die Schulen in sechs SÖL-Kategorien eingeteilt, nach ihrer „sozioökonomischen Ausgangslage“. SÖL 1 deutet auf herausfordernde Rahmenbedingungen hin, SÖL 6 bildet die „beste“ Kategorie mit den günstigsten Rahmenbedingungen. Idee war auch, Brennpunktschulen zu identifizieren – also jene, die aufgrund ihrer Schülerpopulation besonders schwierige Voraussetzungen haben, um sie personell besser unterstützen zu können. Das passiert bereits für die schwächsten 400 Schulen. Wichtig: Die SÖL-Kategorien werden mit dieser Transparenzmaßnahme gar nicht öffentlich gemacht.

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Was kann man dann aus den veröffentlichten Volksschuldaten herauslesen?

Zuerst hat man jetzt einen Überblick über die Volksschulen seiner Umgebung. Einige wenige Schuldaten – Anzahl der Schüler und durchschnittliche Klassengröße – sind einsehbar. Außerdem wird angezeigt, ob eine Schule bei den Leistungsdaten im oberen, mittleren oder unteren Drittel im Vergleich zu Schulen ähnlicher Schülerpopulation rangiert. Derzeit können nur Schulen der untersten SÖL-Kategorien, also Brennpunktschulen, anhand der Daten miteinander verglichen werden. Wenn bei anderen Schulen angezeigt wird, dass das Schulergebnis „im oberen Drittel vergleichbarer Schulen“ liegt, sagt das nur aus, dass die Schule vergleichsweise gute Ergebnisse hat, aber nicht, ob sie zu den besten des Bezirks oder des Landes gehört.

Warum können nur die Brennpunktschulen identifiziert werden?

Wird ein Schulprofil auf bildungskompass.gv.at angeklickt, wird bei den Volksschulen angezeigt, ob sie am Chancenbonus-Programm des Bildungsministeriums teilnehmen. Darunter sind 244 Volksschulen (und 156 Mittelschulen, aber keine AHS). Ist eine Schule Teil des Chancenbonus-Programms, zählt sie jedenfalls zu den Brennpunktschulen und hat demnach ein schwieriges sozioökonomisches Umfeld.

Warum werden die Daten veröffentlicht, was haben Eltern und Schüler davon?

Es geht einerseits darum, dass Schulleistungen transparent werden und wie sich ein Standort entwickelt. Bleibt eine Schule trotz Chancenbonus – also trotz zusätzlichem Personal – konstant über Jahre im unteren Drittel, muss die Schulaufsicht bis hinauf zur Bildungsdirektion tätig werden. Für Eltern und Schüler hilft der Blick auf die Schulleistung, ob die …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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