„Die Märkte werden derzeit unter ihrem Wert geschlagen“

Wirtschaft

Als die Expo Real 2026, die größte europäische Immobilienmesse in München, vergangene Woche ihre Türen öffnete, waren nach und nach rund 42.000 Fachbesucher und über 1700 Aussteller aus 70 Ländern vertreten. An den Ständen von Banken, Projektentwicklern, Städten und Regionen herrschte gleich zum Start der mittlerweile 28. Expo Real reger Betrieb.

Denn die Fachmesse war dieses Jahr mit besonders großer Spannung erwartet worden. Der Grund: Auf der einen Seite ist die weltpolitische Lage weiterhin schwierig, andererseits erholt sich die Konjunktur in Europa. „Die Stimmung auf der Messe ist eindeutig durch die begonnene Straffung der Zinspolitik der EZB und den langfristigen Anstieg des Zinsniveaus geprägt“, resümiert Michael Ehlmaier, Geschäftsführer der EHL Gruppe.

Gute Chancen für Investoren

„Die positiven Signale wie insbesondere die nach oben revidierten Konjunkturprognosen in den großen europäischen Volkswirtschaften finden derzeit wenig Beachtung. Persönlich halte ich das für einen Fehler, der dazu führt, dass die Märkte derzeit unter ihrem Wert geschlagen werden. Hier baut sich ein Aufholpotenzial auf, das langfristig agierenden Investoren gute Chancen bietet“, so Michael Ehlmaier. 

Jakob Jelinek, Senior Transaction Manager bei der ARE Austrian Real Estate, über seine Eindrücke: „Die Gespräche auf der Messe drehen sich seit Jahren um dieselben Herausforderungen: die gestiegenen Zinsen als Folge der durch den Ukraine-Krieg und geopolitische Spannungen ausgelösten Inflation, steigende Baukosten sowie die anhaltende Unsicherheit an den Immobilienmärkten. Doch heuer kam ein weiteres Thema hinzu, das viele Marktteilnehmer besonders beschäftigt: Zunehmende politische Eingriffe in das Eigentumsrecht.“ 

Seiner Meinung nach bleibe die Hoffnung auf einen echten Neustart bestehen, die Themen auf der Agenda hingegen scheinen unverändert. „Ein Satz eines Fondsmanagers ist hängen geblieben: ‚Was soll sich denn so schnell ändern’, hat er gesagt. Wir sind in der neuen Realität angekommen.“

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Österreich stark vertreten

Die österreichische Immobilienbranche war mit 39 ausstellenden Unternehmen am Austria Pavillon in der Halle B2 dabei. In Summe waren rund 60 österreichische Unternehmen mit ihren Mitarbeitern vor Ort. Dies wird als starkes Signal gewertet. 

Neu bei der Expo Real in diesem Jahr war der Infrastrukturbereich. Damit rückten Energie-, digitale und soziale Infrastruktur stärker in den Fokus. Hintergrund der strategischen Erweiterung ist, dass die Grenzen zwischen Immobilien und klassischer Infrastruktur stärker verschwimmen. Denn der Wert einer Immobilie bemisst sich heute immer stärker nach der Leistungsfähigkeit und Qualität der Netze und Versorgungsstrukturen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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