Trump setzt vom Kongress beschlossene Sanktionen gegen Russland aus

Politik

Eine Woche nach dem Diesel-Deal mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump ein im September beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland auf Eis gelegt. Trump unterzeichnete am Freitag (Ortszeit) ein Dekret, mit dem die vorgesehenen Sanktionen, Beschränkungen und Zölle ausgesetzt werden. Das Sanktionspaket, das Trump vor knapp einem Monat selbst unterzeichnet hatte, richtete sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor. Es hätte in wenigen Tagen in Kraft treten sollen.

„Ich habe dem Kongress eine Bestätigung vorgelegt, dass eine solche Aussetzung zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse der USA liegt“, erklärte Trump in einem vom Weißen Haus veröffentlichten Erlass. Das nach dem verstorbenen Senator Lindsey Graham benannte Sanktionsgesetz gegen Russland und den Iran sah Zölle von bis zu 100 Prozent vor. Diese sollten innerhalb von 30 Tagen auf alle Waren aus den fünf größten Importländern von russischem Rohöl oder Gas erhoben werden. 

Zudem zielte die Regelung auf Staaten ab, die 30 Tage nach Inkrafttreten wissentlich Öl oder Gas kauften oder zu den fünf Ländern gehörten, die Russland am stärksten bei der Umgehung von Sanktionen halfen. Staaten wie Indien, einer der größten Abnehmer von russischem Öl, hatten Sorgen über das Gesetz geäußert.

Der Schritt fällt in eine Zeit, in der sich Trump Russland annähert und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj öffentlich kritisiert. Dabei hatte er unter anderem angedeutet, dass die Ukraine eine neue Führung benötige. Die drastischen Strafmaßnahmen ruhen damit bis auf Weiteres, wie aus einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret hervorging. Das Sanktionspaket hatte zuvor eine parteiübergreifende Mehrheit im Kongress bekommen und sollte den Kreml wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine stärker unter Druck setzen.

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Das Gesetz sah vor, dass die im Text verankerten Zölle und Sanktionen 30 Tage nach der Unterzeichnung automatisch greifen – es sei denn, der Präsident würde innerhalb dieser Zeit anders entscheiden. Trump setzte die Zölle also kurz vor Ende der vom Kongress vorgegebenen Frist aus.

Trumps umstrittener Diesel-Deal mit Russland

Der Kongress wollte den Druck auf Russland erhöhen, Trump schien zuletzt aber eher gegenteilige Ziele zu verfolgen: Vor wenigen Tagen hatte er ungeachtet bestehender Sanktionen mit dem Kreml die Lieferung von russischem Diesel vereinbart und danach den Druck auf die Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj verstärkt.

Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen, hatte Trump verkündet. Bestehende Sanktionen würden dafür ausgesetzt. Trump, dessen Republikaner sich in gut zwei Wochen den Wählern stellen müssen, hofft dadurch, die derzeit hohen Spritpreise wieder senken zu können. In den vergangenen Monaten waren die Preise für Benzin und Diesel infolge des Iran-Kriegs nach oben geschnellt.

Selenskyj ließ Ende der Woche erkennen, dass er sich wegen Trumps Diesel-Deal mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und darauffolgenden Drohungen in Richtung Kiew von den USA betrogen fühle.

So sollte Russland unter Druck gesetzt werden

Das Gesetz sieht neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen auch Strafmaßnahmen gegen russische Öl- und Gas-Exporte vor, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanziert. Das Gesetz würde Trump unter anderem dazu berechtigen, die fünf größten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen. Gleiches gilt für jene fünf Länder, die Russland am meisten dabei …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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