Gustavo Dudamel dirigierte in Wien: Riesenjubel für den Stardirigenten

Kultur

Schon mehrere Jahre ist es her, dass das New York Philharmonic auf Europatournee war. Jetzt gastierte es aber unter seinem neuen Chefdirigenten Gustavo Dudamel wieder im Wiener Musikverein und hatte auch gleich die österreichische Erstaufführung der Pulitzer Preis für Musik Gewinnerin, der kubanisch-amerikanischen Komponistin Tania León (83), im Gepäck: „Imágenes Mestizas“ (etwa: „Klangbilder zwischen Kulturen“), ein Stück, das erst vor etwa einem Monat im New York die Uraufführung erlebte.

Das nur etwa 12-minütige, spirituell angehauchte und stilistisch vielfältige, teils etwas beliebig klingende Stück changiert zwischen Naturlauten, nord- und lateinamerikanischen Klängen sowie Jazzelementen, zitiert zu Beginn ein Gebet an eine Gottheit und endet mit wehmütigen Sequenzen. Es wurde vom riesig besetzten Orchester hochkonzentriert musiziert.

Imposant

Seit Luchino Viscontis Film „Der Tod in Venedig“ nach Thomas Mann gleichnamigen Novelle erlangte das Adagietto große Popularität. Es war als sanfte Liebeserklärung Gustav Mahlers an seine Frau Alma gedacht. Das älteste und bekannteste amerikanische Orchester ließ das wohl bekannteste Musikstück Mahlers unter dem 45-jährigen venezolanischen Dirigent mit meditativ verträumter Innigkeit und sehr fein modellierten Tönen erklingen.

Aber auch sonst imponierte die 5. Symphonie unter seiner Stabführung, allerdings wirkten manche Teile etwas zu impulsiv, teils zu rasant und in manchen Passagen lautstarkmäßig zu überhitzt. Insgesamt gefielen aber die farbenreichen Streicher, das warme Holz und das präzise Blech. Mahlers Klangwelten trumpften auch mit aufwühlenden Gefühlsausbrüchen auf.  Mit exzellenten Solisten in allen Instrumentengruppen, insbesondere der Solohornist, der im Scherzo alles im Stehen spielte, und der vielbeschäftigte Solotrompeter wurden die vielen Nuancen des interpretatorisch enorm anspruchsvollen Stückes mit nie nachlassender Spannung und strahlenden, teils jedoch zu wuchtigen Steigerungen herausgearbeitet.

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Riesenjubel und stehende Ovationen!

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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