Aus für Ardo-Werk: Gipfeltreffen mit Politik, Kammern und Branche in Wien

Wirtschaft

„Rund 3.200 Tonnen Spinat werden pro Jahr im Marchfeld für Iglo-Spinatprodukte geerntet und verarbeitet“, bewarb die Österreich-Tochter des internationalen Lebensmittelkonzerns Nomad Foods mit Sitz auf den Britischen Jungfern Inseln noch im Vorjahr ihre Produkte.

Doch vom Aus des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf, das erstmals am 24. September verkündet wurde, wurde die Traditionsmarke selbst überrascht. „Iglo ist nicht der größte Abnehmer, Iglo hat nur 20 Prozent des Volumens von Ardo“, sagt ein Iglo-Austria-Sprecher zum KURIER. „Iglo ist mit dem Marchfeld verbunden und das Marchfeld ist für die Marke extrem wichtig. Wir suchen nach wie vor nach Lösungen und führen natürlich Gespräche, aber es ist noch nichts entschieden.“ Fakt ist: In Österreich stammen sechs von zehn verkauften Packungen Cremespinat von Iglo.

Fakt ist auch: Das Werk des belgischen Unternehmens verfügt österreichweit über die einzige Anlage für die Verarbeitung von Blattgemüse wie Spinat.eue Maschinen sollen erst in den vergangenen Monaten angeschafft worden sein. Die will Ardo künftig in anderen Werken einsetzen.

Deadline Oktober 2027

Mit Ende der Ardo-Produktion zum Jahresende wird bestenfalls bis Oktober 2027 noch Ardo-Tiefkühlspinat in den Regalen zur Verfügung stehen.

„Dann wird es eine Phase geben, wo es in Österreich keine Produktion gibt“, sagt der Iglo-Sprecher. „Meines Wissens dauert der Aufbau einer neuen Produktionslinie 12 bis 18 Monate.“

Spar hat zum Teil bereits Ersatz

Indes hat Spar-Sprecherin Nicole Berkmann gegenüber der APA bestätigt, dass der Tiefkühlproduzent Schneiders Gemüseland aus Groß-Enzersdorf „in Zukunft beinahe alle Spar-Tiefkühl-Gemüseprodukte herstellen wird“. „Wir haben derzeit gut 20 Tiefkühlprodukte bei Schneiders Gemüseland, es kommen fünf dazu, die wir bisher bei Ardo produzieren ließen. Es sind diverse Gemüsemischungen“, sagt Berkmann zum KURIER. „Für Spinat und Rotkraut suchen wir noch eine Lösung, da sind wir dran. Das geht nicht von heute auf morgen.“

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Das sagt Rewe Österreich

Auch bei Rewe arbeitet man an einer österreichischen Lösung. „Wir setzen weiterhin konsequent auf Tiefkühlgemüse aus Österreich und werden diesen Schwerpunkt auch künftig beibehalten. Die Versorgung unserer Kunden mit österreichischem Tiefkühlgemüse ist aktuell gesichert“, teilt Rewe Österreich dem KURIER mit. „Gleichzeitig prüfen wir laufend neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit alternativen Lieferanten aus Österreich, um auch langfristig eine verlässliche und hochwertige Versorgung sicherzustellen.“

Gut besetztes „Vernetzungstreffen“

Der Zeitplan von Ardo ist eng getaktet. Bis zum Jahresende 2026 wird die Tiefkühlgemüseproduktion in Groß-Enzersdorf beendet, bis Ende März 2027 wird die Nudel-Sparte eingestellt und bis Sommer soll noch die Logistik betrieben werden.

Indes kam es am Mittwoch in einem Sitzungssaal in der Wiener Innenstadt zu einem besonderen „Gipfeltreffen“ in Sachen Ardo. Mit dabei waren Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Lorenz Mayr, Vizepräsident von der Landwirtschaftskammer NÖ, AK-Präsident Markus Wieser, die Ardo-Betriebsräte, Vertreter der Wirtschaftskammer NÖ und Helmut Miernicki, Chef der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus, Robert Kriegl von der Marchfelder Genossenschaft ETG, sowie Vertreter aus der Lebensmittelbranche und mögliche Investoren.

Die Gespräche liefen in zwei Richtungen: bestehende Produktionslinien aufzustocken und mögliche neue Produktionslinien aufzubauen.

Danach teilten Pernkopf und Mayr dem KURIER mit: „Das Ziel ist klar: Möglichst viele Gemüse-Produktion im Marchfeld sichern und möglichst viel heimische Gemüseprodukte im Handel sichern.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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