Wieso die Programmiersprache PHP Webseitenbetreiber auf der ganzen Welt in Aufruhr versetzt

Wirtschaft

Eine gravierende Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP versetzt derzeit die IT-Welt und Betreiber von Webseiten in Aufruhr.

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was genau ist passiert und wie schwer wiegt das Problem?

In der weit verbreiteten Programmiersprache PHP, die als technisches Fundament für einen Großteil aller weltweiten Webseiten dient, wurden zwei extrem kritische Schwachstellen entdeckt. Unter dem Namen „PHP2Shell“ (registriert unter CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) ermöglichen diese Fehler Kriminellen, aus der Ferne eigenen Schadcode auf Servern auszuführen.

Weil dadurch eine vollständige Übernahme betroffener Systeme droht und die Details der Lücke vorab unbeabsichtigt an die Öffentlichkeit gelangten, stufen Behörden und IT-Sicherheitsexperten die Lage als außerordentlichen Notfall ein.

Viele Webseitenbetreiber haben ihre Internetauftritte am Mittwoch vorsorglich vom Netz genommen. Inzwischen sind aber viele Websites wieder online, nachdem die Betreiber die Updates eingespielt hatten.

Sind persönliche Daten auf Online-Portalen oder in Onlineshops in Gefahr?

Ja, indirekt besteht ein Risiko. Wenn eine Website, ein Bürgerportal oder ein Onlineshop die betroffene PHP-Version nutzt und nicht rechtzeitig geschützt wurde, können Angreifer über den Schadcode Zugriff auf die dahinterliegenden Datenbanken erlangen. Dadurch könnten sensible Kundendaten, Passwörter oder Kontaktdaten abfließen.

Auf den Endgeräten der Nutzer selbst (wie Smartphones, Tablets oder PCs) besteht jedoch keine direkte Gefahr. Die Schwachstelle liegt ausschließlich auf den Servern der Webseitenbetreiber im Hintergrund. Wenn Hacker die Kontrolle über einen Webserver erlangen, kann dieser auch als Ausgangspunkt für weitere Angriffe in die internen Netze verwendet werden.

Wie konnten die Sicherheitslücken so lange unentdeckt bleiben?

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Tatsächlich ist die fundamentale Schwachstelle im Speichersystem von PHP seit mehr als 20 Jahren in Fachkreisen ein Thema. Bereits 2004 stieß der deutsche IT-Experte Stefan Esser auf ähnliche Sicherheitslücken. PHP setzt beim Verarbeiten von Anfragen ein striktes Limit für den Arbeitsspeicher. Wenn eine Anfrage dieses Limit überschreitet, bricht der Server die Verarbeitung abrupt ab und hinterlässt einen technisch instabilen Zustand. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurden zwar ähnliche Fehler von Sicherheitsteams gemeldet. Da aber niemand den praktischen Nachweis erbrachte, wie man darüber eine Webseite hacken kann, wurden die Stellen im Code nicht repariert.

Welche Rolle spielt bei der PHP-Krise die Künstliche Intelligenz?

Bisher sind nicht alle Details bekannt, wie die PHP-Fehler entdeckt worden sind. Es spricht aber viel dafür, dass sie durch den massiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz aufgespürt wurden. Im Sommer 2026 startete der KI-Riese OpenAI gemeinsam mit den IT-Sicherheitsfirmen Calif und Wiz.io und weiteren Partnern ein Projekt, um das Internet mit Hilfe KI gezielt nach uralten, unentdeckten Sicherheitslücken zu durchsuchen. Die Forscher gaben wohl den alten Hinweisen von 2004 eine zweite Chance und fütterten KI-Modelle mit den Fragestellungen rund um den unaufgeräumten Speicher.

Die KI und das Forscherteam wiesen nach Angaben von Calif.io im August 2026 nach, dass ein Angreifer gezielt riesige Anfragen an eine PHP-Webseite senden kann, um letztlich in den Server einzudringen und die vollständige Kontrolle über den Rechner zu übernehmen.

Nutzen die Angreifer auch KI?

Ja, KI ist auch ein wichtiger Bestandteil des Bedrohungsszenarios. Angreifer können Künstliche Intelligenz einsetzen, um die Schwachstellen der ungeschützten PHP-Server zu scannen und Angriffe in Sekundenschnelle ohne manuellen Aufwand im großen Stil vorzunehmen. KI wirkt in dieser Krise somit als Katalysator auf …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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