
Bei Labrador Tokyo passierte es beim Wandern. Gemeinsam mit Frauchen Christina Bluhme war er im Juli auf dem Weg zum Gipfel des Ben Nevis, Großbritanniens höchstem Gipfel in den schottischen Highlands unterwegs. Doch auf halbem Weg verlor er die Kontrolle über seine Beine und dann auf einmal das Bewusstsein. „Ich dachte wirklich, ich würde sie verlieren“, erzählte Bluhme später dem Telegraph. Sie rief die Bergrettung, die half den 24 Kilogramm schweren Labrador den Berg hinunterzutransportieren.
Die Diagnose beim Tierarzt: Drogenvergiftung. Tokyo hatte auf der Wanderung offenbar weggeworfenes Cannabis aufgenommen.
Tokyos Erfahrung Labrador ist kein Einzelfall. Wie der Guardian berichtet, verschlucken im Vereinigten Königreich eine Rekordzahl von Haustieren Drogen und müssen deswegen in tierärztliche Behandlung. Vergangenes Jahr stieg die Zahl der Anrufe bei Großbritanniens einzigem Giftnotrufzentrum für Tiere im Zusammenhang mit Drogen und Nikotin von 445 auf 633 Anrufen, eine Steigerung um 42 Prozent.
Haustierbesitzer berichten dabei, dass Hunde besonders häufig mit Drogen versetztes Futter aber auch Kot oder Erbrochenes von Drogenkonsumenten gefressen hatten. Andere hatten weggeworfene Drogen verschluckt, Nikotinkaugummis, Vape-Flüssigkeit oder Magic Mushrooms.
Futterbegeisterte Hunde
Tierärztin Nicola Robinson wundert sich nicht darüber, dass Hunde häufiger mit Vergiftungserscheinungen eingeliefert werden: „Es ist bemerkenswert, was Hunde alles fressen. Katzen denken vorher erst nach.“
Auch der britische Haustierversicherer Waggel hat einen fünfjährigen Anstieg bei Schadensfällen im Zusammenhang mit Cannabis festgestellt. „Rassen, die besonders futterbegeistert sind, wie Labradore, Golden Retriever und Beagles, sind am stärksten gefährdet“, sagte Tierärztin Aimee Warner zum People Magazin.
Gesteigerte Drogenkonsum
Abwasserproben in England und Schottland zeigten im vergangenen Jahr zudem einen starken Anstieg beim Drogenkonsum: 2025 wurde 232 Prozent mehr Ecstacy, 220 Prozent mehr Ketamine und 29 Prozent mehr Kokain eingenommen. Ectasy- und Kokainrückstände werden dabei besonders häufig am Wochenende, Ketamin und Amphetamin über die Woche hinweg festgestllt.
In Schottland ist zudem die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit illegalem Drogenkonsum um elf Prozent gestiegen. Das Land kämpft damit, die höchste drogenbedingte Todesrate Europas in den Griff zu bekommen.
Am Ben Nevis kam Labrador Tokyo mit dem Schrecken davon. Nach einer Aktivkohle-Behandlung und einer Nacht im Krankenhaus hat sich der Sechsjährige vollständig erholt.
Source:: Kurier.at – Politik



