
Es gab Zeiten, da waren sie beim ÖSV auf Franziska Gritsch nicht wirklich gut zu sprechen. Immerhin hatte die Ötztalerin im Dezember 2023 dem Skiverband den Rücken gekehrt, um mit ihrem Freund und Trainer Florian Stengg fortan eigene Wege zu gehen.
„Nicht tragbar“
Eine Liebesgeschichte war Grund für die Trennung. Franziska Gritsch hatte sich in ihren Coach verliebt. „Das ist im Team nicht tragbar. Das ist keine faire Sache, wenn ein Trainer einer Mannschaft eine Privatbeziehung mit einer Athletin hat“, hatte der damalige ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl seinerzeit erklärt.
Retterin in Sölden
Die sportliche Vorgabe an die Ötztalerin, die seit damals in keinem ÖSV-Kader mehr aufscheint und sich die Trainings selbst finanziert, war klar: Einen Startplatz im Weltcup gibt’s nur dann, wenn Gritsch im Disziplinen-Ranking in den Top 30 aufscheint.
Im Riesentorlauf von Sölden war die 29-Jährige – auch auf Grund von personellen Engpässen im Frauen-Team gesetzt – und wurde prompt Neunte.
Die „Rebellin“, wie Franziska Gritsch vom Boulevard mitunter genannt wird, rettete die Ehre des ÖSV und schaffte es als einzige Österreicherin in die Punkteränge.
Der starke Auftritt im Riesentorlauf wird mit ein Grund sein, dass Franziska Gritsch nun auch im Aufgebot für den ersten Weltcup-Slalom in Levi (14.11.) aufscheint.
Rein sportlich betrachtet hat sich die Ötztalerin nicht wirklich aufgedrängt: Bei ihren letzten 13 Weltcupeinsätzen im Slalom kam sie nur einmal in die Punkteränge (17. Platz in Gurgl 2025).
Keine Quali bei den Frauen
Franziska Gritsch profitiert auch von den Ausfällen im österreichischen Slalom-Team. Katharina Liensberger und Katharina Gallhuber sind rekonvaleszent bzw. verletzt, auch hinter dem Einsatz von Lisa Hörhager steht noch ein Fragezeichen.
Deshalb stellt sich das ÖSV-Frauen-Team für Levi praktisch von alleine auf. Und Franziska Gritsch wird ein Teil davon sein.
15 Rennen in Nordamerika
Den letzten Slalom, den Franziska Gritsch bestritten hat, hat sie übrigens gewonnen. Am 24.März in Aspen. Die ehrgeizige Tirolerin pendelte im vergangenen Winter zwischen Europa und Nordamerika und nahm an 15 Rennen der sogenannten Nor-Am-Serie teil, dem Pendant zum Europacup.
Dabei holte sie nicht nur wertvolle FIS-Punkte, die ihr eine niedrigere Startnummer bescheren. Sie sammelte auch viel Selbstvertrauen. Immerhin gewann Gritsch die Slalom-Wertung in der Nor-Am-Serie.
Source:: Kurier.at – Sport



