
Der Wettbewerb im österreichischen Baumarktgeschäft ist hart, die Österreicher sparen. Trotzdem zeigt sich Peter Eberdorfer, Österreich-Chef von Hornbach, im Gespräch mit dem KURIER zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.
Dass sich der Umsatz der Baumarktkette positiv entwickelt, liege Eberdorfer zufolge an der Preispolitik. Trotz der Rabattliebe der Österreicher setzt Hornbach seit dem Markteintritt 1996 auf dauerhaft niedrige Preise statt auf zeitlich begrenzte Aktionen. Den Rabattpraktiken vieler anderer Händler kann Eberdorfer wenig abgewinnen: „Wer Rabatte gibt, war vorher einfach zu teuer.“
Aktionen seien bereits in der ursprünglichen Produktkalkulation berücksichtigt. Damit würden Kunden, die nicht von einem Rabattangebot profitieren, indirekt für die Preisnachlässe anderer mitbezahlen. Hornbach orientiere sich bei der Preisgestaltung deshalb am Markt und an den Preisen der Konkurrenz. Dazu zählen neben stationären Baumarktketten auch Onlinehändler wie Amazon.
Konkurrenz kommt auch aus dem Supermarkt
Dass das Marktumfeld schwierig ist, zeige sich laut Eberdorfer auch an der zunehmenden Konkurrenz aus anderen Handelsbranchen. Österreich gehöre gemeinsam mit Deutschland zu den „schwierigsten Handelsumfeldern“ überhaupt. Welcher Mitbewerber relevant sei, hänge zunehmend vom jeweiligen Produkt ab.
Bei Blumenerde etwa trete mittlerweile auch der Lebensmitteleinzelhandel als Konkurrent auf. Bei Maschinen im Preiseinstiegssegment gewinne dagegen der Onlinehandel an Bedeutung. Produkte, bei denen kaum Beratung erforderlich sei, würden immer häufiger im Internet gekauft.
Anders sei die Situation bei größeren Bau- und Renovierungsvorhaben. Wer eine Terrasse errichten, ein Badezimmer sanieren oder einen Gartenzaun bauen möchte, brauche nicht nur einzelne Artikel, sondern eine aufeinander abgestimmte Lösung. „Dort sehen wir ganz klar die Stärke des stationären Handels“, sagt Eberdorfer.
Beratung ist wichtig, aber Fachkräfte sind schwer zu finden
Entsprechend wichtig sei die persönliche Beratung. „Der Mensch ist im Handel unverzichtbar“, betont der Manager auch mit Blick auf die Aussagen des IHS-Ökonomen Holger Bonin, der den heimischen Handelsangestellten kürzlich nahelegte, sich beruflich „umzuorientieren“. Verändern würden sich Eberdorfer zufolge die Aufgaben der Beschäftigten: Statt vor allem Waren nachzuschlichten oder einfache Kundenfragen zu beantworten, müssten diese nämlich zunehmend zu Spezialisten werden, die anspruchsvolle Projekte begleiten können.
Fachkräfte für die Beratung seien schwer zu finden. Deshalb müsse das Unternehmen Mitarbeiter selbst ausbilden und fachlich weiterentwickeln. Eberdorfer spricht sich deshalb gegen eine Entwicklung aus, bei der Personal durch Digitalisierung und Automatisierung aus dem Handel gedrängt wird. „Der Handel verändert sich, aber er muss sich mit den Menschen verändern, nicht gegen die Menschen“, sagt er.
Millioneninvestition in Modernisierung und neue Filiale
Beim Filialnetz setzt Hornbach auf Expansion. Seit Eberdorfers Amtsantritt im März 2025 wurden die Standorte Eisenstadt und Graz-Liebenau eröffnet. Damit betreibt das Unternehmen in Österreich 16 Baumärkte. Ein weiterer Standort ist geplant. „Es wird die Nummer 17 geben“, kündigt Eberdorfer an, nennt aber auf Nachfrage noch keine Details. Die Expansion werde durch die Genehmigungsverfahren in Österreich erschwert. Langfristig wolle Hornbach deutlich mehr Märkte betreiben. Das Ziel sei, dass möglichst viele Menschen einen Standort in ihrer unmittelbaren Nähe haben.
Parallel dazu sollen bestehende Filialen auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Für das kommende Jahr plant Hornbach die Modernisierung von acht bestehenden Märkten. Dafür soll ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag investiert werden. Mit den Investitionen wolle das Unternehmen seine bestehenden Standorte stärken und ein klares Bekenntnis zum stationären Handel abgeben, so Eberdorfer.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



