
In einem Wald im Gasteinertal wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, getötet mit mehreren Pfeilen. Das ruft die ehrgeizige Kriminalinspektorin Franziska Conte (Julia Koch) auf den Plan – und Lukas Geier (Philipp Hochmair), einen ehemaligen Zeugenschützer, der mittlerweile dem Musikerleben frönt. Beide beginnen in „Der Geier: Blut und Zweifel“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2) zu ermitteln, hin und wieder sogar gemeinsam. Denn meist kocht hier jeder sein eigenes Süppchen.
Für das Duo ist es der dritte Einsatz in der Krimireihe. „Am Anfang hatte ich das Anliegen, sie nicht ganz so taff sein zu lassen, wie sie geschrieben ist. Ich wollte zeigen, dass sie auch empathisch ist und dass es für sie gar nicht so täglich Brot ist, wenn Menschen einfach so sterben“, erzählt Julia Koch im KURIER-Gespräch über ihre Rolle. Im Laufe der Reihe habe sie die Figur der Franziska Conte aber „immer mehr in die Richtung wachsen lassen, wie sie ursprünglich gedacht war: nämlich als Frau, die sich nicht alles so stark zu Herzen nimmt, wie ich das vielleicht machen würde.“
Erst zusammenwachsen habe sie mit ihrem Kollegen Philipp Hochmair müssen, sagt die 46-Jährige. „Wir sind sehr verschieden und ich glaube, wir haben ein bisschen gebraucht miteinander.“ Mittlerweile habe sie aber das Gefühl, „dass wir immer mehr zusammengefunden haben und uns immer besser verstehen, was die Arbeitsweise und die Spielart betrifft.“
Identitätsfragen
Erneut geht es beim „Geier“ darum, was es bedeutet, in den Zeugenschutz zu gehen und für die eigene Sicherheit eine neue Identität anzunehmen. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, was das für das Selbst bedeutet. Wir definieren uns ja durch unser Umfeld, unsere Beziehungen, unseren Beruf. Wenn wir all diese Dinge aufgeben müssen, dann bleibt wahrscheinlich die Frage: Was ist eigentlich das Ich?“
Gedreht wurde im Frühjahr, auch der vierte „Geier“-Teil ist bereits im Kasten. Direkt danach entstand auch ein neuer Fall des Vorarlberger Landkrimis von Karl Markovics. „Das heißt, ich habe drei Filme gleichzeitig im Kopf gehabt.“
In „Die dritte Rochade des Jonas Horak“ wird Koch, selbst gebürtig aus dem Ländle, erneut als Polizistin Sophie Landner zu sehen sein – mittlerweile eine der Hauptrollen. „Ich habe mich so gefreut über die Entwicklung von der kleinen Polizistin, die sich durch den Schnee den Hang hoch- und in eine Geschichte hineinarbeitet“, sagt Koch, die für die Rolle auch beim Deutschen Fernsehkrimipreis ausgezeichnet wurde. „Das hat mir schon einen ordentlichen Boost gegeben.“
Dass sie einmal im TV ermitteln würde, war nicht unbedingt vorgezeichnet: Koch ist ohne Fernseher aufgewachsen. „Witzigerweise habe ich heute noch keinen“, lacht sie. In einer WG habe es zwischendurch „einen richtig alten Kasten“ gegeben, das Kino sei dafür ihr „Wohnzimmer“ gewesen.
Schrittchen
Nicht immer sei es in ihrer Branche als schüchterner Mensch einfach, findet Koch. Ihren Platz habe sie sich „Schrittchen für Schrittchen erarbeitet, wo andere vielleicht mit großen Schritten schneller voranschreiten. Wenn ich mir meinen Weg jetzt so anschaue, habe ich das Gefühl, dass es doch geklappt hat und ich reingewachsen bin, auf meine Weise. Aber es hat seine Herausforderungen, wenn man sich mit dieser Art in meinem Umfeld bewegt.“
Männer würden sich in …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



