Halloween-Strategie an der Börse: Analyse zeigt Risiko

Wirtschaft

Auch wenn Anlegern in den vergangenen Wochen mehr Saures als Süßes zu verdauen hatten, gilt das gruselige Halloween-Fest in der Börsenwelt eigentlich in der Regel als Startschuss für ertragreiche Monate. Denn die Halloween-Strategie besagt: Anleger kaufen Ende Oktober oder Anfang November Wertpapiere, halten diese bis Ende April und reduzieren von Mai bis Oktober ihr Marktengagement – auch bekannt unter der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“. Die Finanzexperten des internationalen Online-Brokers Freedom24 haben untersucht, inwiefern diese Strategie aufgeht und worauf Anleger Halloween 2026 achten sollten. 

Diese Halloween-Strategie basiert auf der Finanzmarktstudie „The Halloween Indicator, Sell in May and Go Away: Another Puzzle“ (2002) der Finanzforscher Sven Bouman und Ben Jacobsen. Historisch gesehen sind demnach Aktienrenditen zwischen November und April durchschnittlich höher ausgefallen als zwischen Mai und Oktober.

„Das bedeutet jedoch nicht, dass das Sommerhalbjahr zwangsläufig zu Verlusten führt. Genau hier liegt das Hauptrisiko der Strategie: Ein Anleger könnte mehrere starke Kursanstiege verpassen, die sich langfristig als bedeutender erweisen als der durchschnittliche saisonale Vorteil“, sagt Dominik Mayr, Director bei Freedom Finance Germany.

Darauf weist auch eine Reuters-Analyse hin. Diese zeigt auf, dass der Aktienindex S&P 500 seit 1945 zwischen Mai und Oktober im Durchschnitt eine Rendite von etwa zwei Prozent ausgewiesen hat – verglichen mit fast sieben Prozent zwischen November und April. In den vergangenen zehn Jahren erholte sich das traditionell „schwache“ Halbjahr jedoch: Die durchschnittliche Rendite näherte sich sieben Prozent an. Einer der jüngsten Zeiträume von Mai bis Oktober brachte einen Gewinn von 22,1 Prozent.

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Konkreter anhand einer Beispielrechnung werden die Finanzexperten von Freedom24. Dafür vergleichen sie drei Strategien: Bei „Buy & Hold“ wird der S&P 500 als ETF gehalten. „Classic Halloween“ zielt auf die eigentliche Halloween-Strategie ab. „Modern Halloween“ geht davon aus, dass das Kapital ab Mai in dreimonatige US-Staatsanleihen gesteckt wird. Diese sind grundsätzlich risikoärmer als Aktien oder ETFs.

Zeitfenster der Berechnungen der drei Strategien: November 2015 bis Oktober 2025, das zehn vollständige Saisonzyklen umfasst – mit einem Startkapital von 10.000 Euro. „Buy & Hold“ resultiert in einem Gesamtkapital von 32.900 Euro (+229 Prozent). „Classic Halloween“ in 17.280 Euro (+73 Prozent). Und „Modern Halloween“ in 19.306 Euro (+93 Prozent).

„Die drei Strategien weisen einen bestimmten Vorteil und ein Risiko auf. ‚Buy & Hold‘ geht mit einem langfristigen Zinseszinseffekt einher, aber ebenso mit vollen Risiken bei Marktrückgängen. ‚Classic Halloween‘ bietet dagegen geringeres Anlagerisiko, aber man verpasst etwaige starke Sommerrallyes des S&P 500. ‚Modern Halloween‘ bietet auch geringeres Risiko, aber zeitgleich Zinserträge. Die Rendite ist jedoch weiterhin geringer als bei ‚Buy & Hold‘“, sagt Mayr.

Halloween 2026

Welche der drei Strategien empfehlen die Finanzexperten von Freedom24 für Halloween 2026? Dabei legen sie einen besonderen Fokus auf den Anleihemarkt – also den Teil des Finanzmarktes, auf dem festverzinsliche Wertpapiere, wie Staats- und Unternehmensanleihen, gehandelt werden. Laut Mayr können steigende Renditen bei US-Staatsanleihen Druck auf Unternehmensbewertungen ausüben – insbesondere im Technologiesektor und in anderen Sektoren, in denen die Bewertungen stark von zukünftigen Cashflows abhängen.

„Die Annäherung der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen an fünf Prozent verschärft dieses Risiko trotz robuster Unternehmensgewinne. Gleichzeitig benötigt der Markt die Bestätigung, dass umfangreiche Investitionen in künstliche …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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