
Es klingt wie ein schauriger Scherz pünktlich zum Halloween-Gruseln, ist aber eine ganz reale Bedrohung für eine traditionelle Branche der europäischen Holzindustrie – die Sargbauer.
Tatsächlich haben sich schon Ende des Vorjahres mehrere EU-Abgeordnete, vor allem aus Italien, schriftlich mit der Warnung an EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič gewandt, dass die billige Konkurrenz aus China die italienischen Sargbauer zunehmend unter Druck setze. Zahlreiche Hersteller in Italien hätten bereits aufgegeben und zugesperrt.
Inzwischen haben sich diese Sargbauer aus mehreren EU-Ländern selbst organisiert und bereiten nach Berichten der Nachrichtenplattform Politico eine Beschwerde bei der EU-Kommission wegen Preisdumpings vor.
Statistiken belegen die wachsende Dominanz Chinas in diesem Markt. Das Land ist der größte Exporteur von Särgen weltweit, noch vor Mexiko. EU-Staaten zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten, allen voran Deutschland, aber auch Italien, Spanien oder Portugal.
Da die Preise chinesischer Holzsärge bei rund einem Viertel jener aus europäischer Produktion liegen, ist der Handel mit Europa ein lukratives Geschäft.
.
Auch Sarg-Bausätze
Viele dieser Särge werden auch gar nicht als solche geliefert , sondern in Einzelteilen. Damit fallen sie nicht in die entsprechende Statistik und könnten den Nachweis des gezielten Preisdumpings durch China schwieriger machen. Schließlich muss klar sein, dass der Preis der importierten Särge deutlich unter dem realen Wert dieser Ware liegt. Österreich scheint von diesem Phänomen vorerst nur am Rande betroffen.
Andere Hölzer, anderer Stil
Nachfragen bei heimischen Vertretern der Branche zeigen, dass man hierzulande durchaus Särge importiert; aber überwiegend aus europäischen Nachbarländern. Vor allem die massiv gestiegenen Preise für den Schiffstransport würden das Geschäft gar nicht mehr so lukrativ machen. Auch würden andere Hölzer verwendet und die Särge aus China entsprächen nicht dem heimischen Stil.
Source:: Kurier.at – Politik



