„Tosca“: Musikalische Hochspannung eines Opernkrimis

Kultur

Drei Engel in weißen Gewändern und weißen Haaren erscheinen immer dann, wenn die Protagonisten Hilfe nötig haben. Aber auch sie können nicht immer helfen aber zumindest trösten. Thomas Mika hatte für seine halbszenische Inszenierung des Landestheaters Salzburg – dieses Jahr die große Opernproduktion im Großen Festspielhaus – von Giacomo Puccinis „Tosca“ diese Idee. Gekonnt gespielt von Kindern werden Tosca, Cavaradossi und Angelotti immer wieder begleitet und umschmiegt. Aber auch das Messer reichen sie Tosca, mit dem sie Scarpia, der naturgemäß über keinen Engel verfügt, töten wird. Von den Protagonisten selbst wird auf der Vorderbühne, vor dem hinter ihnen situierten Orchester, konventionell, glaubhaft und teils mitreißend agiert, sodass die Geschichte immer nachvollziehbar ist. Als Ausstattung reichen ein Schreibtisch und eine Staffelei mit dem Bild der Magdalena. Ganz im Hintergrund illustriert Thomas Wizany mit veränderbaren, braunen, teils eigenwilligen Zeichnungen die Orte und Situationen der Handlung.

Seine außergewöhnlichen Meriten hat die Produktion im musikalischen Bereich: Da steht mit dem animierend aber auch subtil dirigierenden Carlo Benedetto Cimento, erster Kapellmeister am Landestheater, am Pult, der mit teils recht breiten Tempi aber immer ziemlich ausgereizter und geschärfter Dynamik versteht, im Mozarteumorchester Salzburg eine konstante Hochspannung aber auch duftige Klangschönheit und durchhörbare Zartheit zu erzeugen.

Da weiß das Haus mit Ekaterina Sannikova eine kraftvolle, leidenschaftliche Titelheldin, die etwas mehr Diva sein könnte und nur teilweise mit etwas zu viel Tremolo singt, aufzubieten, deren Paradearie „Vissi d’arte“ unter die Haut geht. Andeka Gorrotxadegi singt den Cavaradossi, dessen ausgesprochen schöner Tenor über viel Schmelz und mühelose Höhen verfügt und der das „Vittoria!“ strahlend schmettern kann und dessen Ohrwurm „È lucevan le stelle“ stark berührt. Kartal Karagedik ist ein meist bösartiger Scarpia, dem es auch an baritonaler Eleganz nicht fehlt. Alle drei konnten sich schon auf internationalen Bühnen etablieren. Von hoher Qualität erlebt man auch die vielen kleineren Rollen, wie Daniele Macciantelli als Angelotti, Marcel Brunner als Mesner und Kerkermeister, Alexander Hüttner als Spoletta sowie Yevheniy Kapitula als Sciarrone. Fabelhaft singen auch Chor und Extrachor des Landestheaters sowie der Kinderchor.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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