Firma investiert Millionen in Lehrlinge – Chef zieht Bilanz

Wirtschaft

Vor zwei Jahren eröffnete die „Lehrlings-Academy“ des Salzburger Unternehmens Eisenwerk Sulzau-Werfen (ESW). 4,5 Millionen Euro wurden in die 1.000 Quadratmeter große Lehrwerkstätte investiert – inklusive Schulungs-, Aufenthalts- und Büroräumen. Der Hightech-Walzenhersteller bildet dort aktuell 30 Lehrlinge aus, vor allem in den Lehrberufen Zerspanungstechnik, Gießereitechnik, Maschinenbautechnik und Elektrotechnik. Was das Millioneninvestment gebracht hat, erklärt ESW-Vorstandsvorsitzender Georg Hemetsberger.

KURIER: Ihr Unternehmen hat rund 4,5 Millionen Euro in die Lehrlings-Academy investiert. Was hat das gebracht?

Georg Hemetsberger: Es ist eine langfristige Investition, die man nicht mit einer einfachen Wirtschaftlichkeitsrechnung beziffern kann. Es gibt kaum etwas Schöneres, als jungen Leuten eine gute Ausbildung zu ermöglichen und berufliche Perspektiven zu vermitteln. Und es ist auch ein ganz klares Signal der Wertschätzung der Lehrlingsausbildung im Betrieb und unserer Mitarbeiter. Wir werden dadurch auch von außen stärker wahrgenommen. Nicht nur der Lehrbetrieb, sondern das Unternehmen – man redet darüber. Das neue Gebäude fällt auf und gibt diesem traditionellen Beruf etwas Modernes.

Wie ist die Idee für eine eigene Lehrlings-Academy entstanden?

ESW ist schon seit Jahrzehnten ein Ausbildungsbetrieb für Lehrlinge in der Region. Früher fand die Ausbildung im Haus statt, später haben wir sie reduziert und mit anderen zusammengearbeitet, zuletzt mit den ÖBB in Salzburg. Die Lehrlinge starten aber am Ende des Sommers mit ihrer Lehre und waren einige Wochen nicht im Haus – das war nicht ideal. Deshalb mussten wir die Ausbildung neu aufsetzen und wieder ins Haus holen, damit unsere Lehrlinge vom ersten Tag an mit der Firma in Kontakt kommen. Ein weiterer Punkt: Wir brauchen mehr ausgebildete Fachkräfte und Nachwuchs.

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Unter den 30 Lehrlingen sind erstmals auch Frauen. Wie ist das gelungen?

Der Grundstein wird im Elternhaus und in der Kindheit gelegt. Es gibt auch Projekte im Kindergarten und in der Volksschule, etwa die „Spürnasen“, die genau das fördern und Zugang zu Technik und Experimenten bieten. Seit einigen Jahren versuchen wir, weibliche Lehrlinge anzusprechen. Wir wollten aber mit zwei oder drei starten und nicht nur mit einer, damit sie nicht zu exponiert ist. Heuer ist es uns gelungen, mit vier zu starten.

Könnte die Academy künftig auch für Lehrlinge aus anderen Firmen geöffnet werden?

Es ist primär für die eigenen Lehrlinge gemacht, wir haben uns aber offengelassen, ob wir mit Firmen aus der Region kooperieren. Zuerst werden wir den Betrieb in Ruhe hochfahren und schauen, wie es uns dabei geht. Das Gebäude und die Infrastruktur sind auf 20 bis 30 Lehrlinge ausgelegt, und in diesem Bereich bewegen wir uns aktuell auch.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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