„La Fille du Regiment“ in der Staatsoper: Alle Neune mit Silberglanz

Kultur

Dass der erste Teil von Gaetano Donizettis „La Fille du Regiment“ an der Wiener Staatsoper länger dauerte als auf den Anzeigetafeln der Pausenzeiten in den Foyers angegeben, lag am Tenor: Der Jubel für Xabier Anduaga wollte nicht enden.

Der junge Spanier verkörpert den Tiroler Burschen Tonio, der die Regimentstochter vor ihrem Sturz in eine Schlucht rettet und sich in sie verliebt. Das „Ah! Mes amis“ gilt mit seinen neun hohen Cs in zwei Minuten als Bravourstück für Tenöre. In Wien hatte Juan Diego Floréz damit im besten Wortsinn die Latte auf die höchste Stufe gelegt. Anduaga bewältigte diese nicht nur, er intonierte sie mit der silbernen Strahlkraft seiner geschmeidigen Stimme. Die hohen Töne generierte er ganz natürlich, das letzte der hohen Cs hielt er sogar extrem lang.

Kein Da Capo

Dass das Publikum danach ein „Dacapo“ zu erklatschen versuchte, lag nahe. Doch der Sänger winkte ab. Aber wer weiß, ob er sich bei den Folgevorstellungen nicht doch zu einer Wiederholung hinreißen lässt.

Die Kraft hätte er. Als Alfredo in Verdis „La traviata“ hatte er an José Carreras erinnert. Als Tonio lässt er an dessen Kollegen Luciano Pavarotti denken, der vor 60 Jahren mit dieser Rolle seine Weltkarriere begann.

Dass die Wiener Staatsoper diesem Sänger am 3. Dezember einen Solo-Abend widmet, spricht für ihn und für das Haus, das bei dieser Aufführung nicht mit erfreulichen Stimmen spart.

Selbstbewusst

Erin Morley tritt als selbstbewusste Regimentstochter auf. Dass sie sich zu Beginn mehr auf Slapstick verlegt als auf vokalen Ausdruck, gleicht sie im Laufe des Abends mit ihren Koloraturen aus.

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Das „Rataplan“ intoniert sie mit einer gewissen Zurückhaltung. Ihr Abschied vom Regiment, „Il faut partir“, ist rührend.

Stephanie Houtzeel spielt als Marquise de Berkenfield ihre Lust am Komödiantischen aus. Peter Kálmán trägt als Sulpice dem Humor von Regisseur Laurent Pelly Rechnung.

Die Schauspielerin Brigitte Kren tobt sich als Crakentorp aus.

Dirigent Evelino Pidó lässt die Wiener Philharmoniker im Graben ihre Stärken ausspielen. Fulminant Konzertmeister Rainer Honeck mit seinem Solo-Landler vor dem zweiten Akt.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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