Ardo-Aus: „Beim Spinat wird es eine Lücke geben“

Wirtschaft

Nach wochenlangen Verhandlungen ist eine Lösung für die heimische Tiefkühlgemüseproduktion gefunden. Trotz der bevorstehenden Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf sollen Erbsen, Karotten und Mais aus dem Marchfeld weiterhin in österreichischen Supermärkten erhältlich sein. Beim Spinat müssen sich Konsumenten allerdings auf eine längere Pause einstellen, wie der designierte niederösterreichische Landwirtschaftskammer-Präsident Lorenz Mayr am Freitagabend in der ZiB 2 erklärte.

Mayr, der die Verhandlungen mitgeführt hatte, kritisierte den belgischen Konzern Ardo scharf. Dieser habe den österreichischen Vertretern mit einer „Kaltschnäuzigkeit“ erklärt: „Österreich raus, Belgien rein.“ Umso erfreulicher sei es, dass mit Schneiders Gemüseland ein heimischer Betrieb gefunden wurde, der seine Verarbeitungskapazitäten nun ausbaut.

Heimischer Spinat frühestens Ende 2028

Während die Versorgung mit Erbsen, Mais und Karotten ohne Unterbrechung weiterlaufen soll, ist die Zukunft des österreichischen Tiefkühlspinats vorerst ungeklärt. Die vorhandenen Bestände dürften noch bis nach Ostern 2027 reichen. Danach ist Schluss – zumindest vorübergehend.

„In der Zwischenzeit wird es hier eine Lücke geben“, sagte Mayr. Für eine neue Produktionslinie brauche es teure Spezialmaschinen. Mit einer Rückkehr von heimischem Tiefkühlspinat in die Supermarktregale rechnet er erst Ende 2028 oder Anfang 2029. Zur Finanzierung kündigte Mayr eine Crowdfunding-Aktion an, an der sich auch Konsumenten beteiligen können.

Auch die bisherige Anbaufläche dürfte nicht vollständig erhalten bleiben. Ardo verarbeitete bislang Gemüse von rund 3.300 Hektar. Künftig sollen 2.000 Hektar über die Erzeugergemeinschaft Tiefkühlgemüse und einige Hundert Hektar über Schneiders Gemüseland abgewickelt werden.

Beschäftigte warten weiter auf Sozialplan

Noch keine Lösung gibt es für die rund 240 Beschäftigten des Ardo-Werks. Die Verhandlungen über einen Sozialplan laufen weiter. Mayr hofft, dass die Mitarbeiter bei den neuen Verarbeitungsbetrieben zumindest teilweise unterkommen können. Bis die zusätzlichen Anlagen in Betrieb gehen, werde allerdings noch Zeit vergehen.

  Lebensversicherungen sind wieder im Kommen

Die Übergangsphase müsse deshalb über einen Sozialplan von Ardo abgesichert werden, betonte Mayr. Die Gewerkschaft fordert unterdessen deutliche Nachbesserungen beim bisherigen Angebot.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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